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Gegründet, um die Interessen der Schüler zu vertreten: der Mühlacker Schülerrat.
schülerrat Mühlacker © PZ-Archiv
24.05.2011

Mühlacker Schülerrat kämpft mit Problemen

MÜHLACKER. Zwei Jahre nach der Gründung des schulartenübergreifenden Gremiums soll über die Ausrichtung des Schülerrats diskutiert werden. In der Zeit des Bestehens wurde bislang noch kein konkretes Projekt verwirklicht.

Auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Arno Schütterle hatte sich im Juni 2009 eine gemeinsame Vertretung der weiterführenden und beruflichen Schulen in Mühlacker gebildet. 13 gewählte Vertreter sollten sich in den nächsten zwei Jahren für die Interessen der Schüler einsetzen.
Nach rund zwei Jahren zieht der Vorsitzende Ali Altun eine überschaubare Bilanz. Konkrete Projekte habe der JSRM nicht vorzuweisen. Ein gemeinsames Konzert mit dem ProZwo kam letztlich nicht in Zusammenarbeit mit dem JSRM, sondern mit der Schülermitverwaltung des Gymnasiums zustande. Von der Stadt sei der Rat regelmäßig über Gemeinderatssitzungen informiert worden, erklärte der Abiturient. Probleme hätten sich dadurch ergeben, dass viele Schüler den JSRM auch durch die „zu schnelle Gründung“ nicht ernst genommen hätten.

Dazugekommen seien zeitliche Probleme der Schüler von unterschiedlichen Schulen, sich zu treffen. Altun, der jetzt studieren gehen will, möchte in den nächsten Wochen das Gespräch mit Oberbürgermeister Frank Schneider suchen, um über die Zukunft des JSRM zu sprechen. Nach zwei Jahren stehen Neuwahlen an. Denn trotz aller Hürden: Altun sieht es als Vorteil, dass es ein schulartenübergreifendes Gremium in Mühlacker gibt.

OB Schneider hatte den JSRM ins Rathaus eingeladen, um zum Beispiel anzustoßen, dass die Jugendvertreter die Tagesordnungen des Gemeinderats bekommen, um sich einbringen zu können. Eine Anregung sei damals auch gewesen, dass sich die Jugendlichen Gedanken zur Gartenschau machen, meinte Schneider. Bisher habe er allerdings nichts mehr gehört. Schneider hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit im Januar 2010 thematisiert, dass sein Vorgänger zwar vieles angestoßen habe, aber ohne die Dinge zu vertiefen. Als Beispiele nannte der OB damals die Arbeit von Jugendschülerrat oder Integrationsbeirat.
Kritik an der Vorarbeit für den JSRM kam bereits bei der Gründung von einem Lehrer. Dieser hatte damals moniert, dass definierte Ziele fehlten.

Der Schülerrat habe die Interessensvertretung der Jugend um städtische Angelegenheiten erweitern sollen, Kontakte zum Gemeinderat seien aber ausgeblieben, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. Die Stadtverwaltung, so ein Antrag der Fraktion, solle im Gemeinderat berichten, wie sich die Arbeit des Jugendschülerrats entwickelt hat. Zudem sei zu prüfen, welche Beteiligungsformen für junge Menschen auf kommunaler Ebene bestehen und welche für Mühlacker sinnvoll sind. Lehrer Jürgen Gorenflo vom Mühlacker THG sieht den JSRM dennoch nicht als gescheitert an. Schließlich habe man in der Zeit einiges über politische Abläufe gelernt und zudem Kontakte ins Rathaus knüpfen können. nad