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Mühlacker Sender wird 80 Jahre alt.
Sender Mühlacker © PZ-Archiv
22.09.2010

Mühlacker Sender wird 80

MÜHLACKER. Das Wahrzeichen von Mühlacker, der Sender, feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. Durch seinen Bau im Jahre 1930 wurde Mühlacker im ganzen Land bekannt.

Wenn man den von 1918 bis 1945 amtierenden Bürgermeister Richard Woerner fragte, wie denn die kleine, damals noch Dürrmenz-Mühlacker heißende Gemeinde mit ihren etwa 5000 Einwohnern zu ihrem „Großsender" gekommen sei, dann pflegte er schmunzelnd zu antworten: „Wie die Jungfrau zum Kind." Denn als ein Postrat aus Stuttgart ihm einen Rundfunksender angeboten hatte, willigte er spontan ein. Mühlacker eignete sich aufgrund der guten Bodenleitfähigkeit als Sendergebiet.

Der heutige Hauptsendemast mit 270 Meter Höhe und einem Durchmesser von 1,60 m wurde 1949 von Hand erbaut. Johannes Regniet, leitender Ingenieur des Senders, sagt: „In der Zeit, in der der Sender aufgebaut wurde, war die Mittelwelle das einzige Verbreitungsmedium, um Menschen mit Nachrichten, Informationen und Unterhaltung zu versorgen." Mittlerweile wird aus Mühlacker auf Mittelwelle mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern das Informationsprogramm SWR cont.ra gesendet. Auf Ultrakurzwelle (UKW) wird SWR4 gesendet. Viele Orte in Baden-Württemberg werden erreicht.

Der Hauptsendemast ist gegen verschiedenste Wetterlagen gewappnet. Gewitter und Sturmböen bis zu 200 Kilometer pro Stunde lassen ihn lediglich ein wenig schwanken. Gesichert wird er von Stahlseilen, die fest im Boden verankert sind. Durch die fortgeschrittene Technik werden für die Wartung heute nur noch neun statt früher 50 Mitarbeiter benötigt. Die Techniker müssen die Signallampen an der Spitze des Masts austauschen und den Steigmast überprüfen. Jessica Reiling