nach oben
Ramona Goeckler (von links), Maike Regelmann, Miriam Lindauer, Yvonne Petri und Charlotte Kirschbaum mixten Cocktails am Stand von Gym an Dance. Foto: Tilo Keller
Am Samstagabend spielten Bands – unter anderem „Extasy Pure Rock“. Foto: Tilo Keller
Auch für die kleinen Besucher war einiges geboten. Moritz genoss etwa eine Runde auf dem Karussell. Foto: Schierling
10.09.2017

Mühlacker Straßenfest wird wieder zum beliebten Ausflugsziel

Mühalcker. Das legendäre Dürrmenzer Festwetter wollte sich beim 44. Mühlacker Straßenfest zwar nicht so Recht einstellen, dies tat dem Besucherandrang jedoch keinen Abbruch.

So herrschte bereis am Samstagabend bei den Konzerten der Bands „Human“ und „Extasy Pure Rock“ ausgelassene Stimmung. Und auch am Sonntag nahmen viele ihr Mittagessen in einem der Festzelte in der Waldenserstraße, Reichmannstraße, am Marktplatz oder in den Enzgärten ein. So war im Fischerstüble des ASV Mühlacker kein freier Tisch mehr zu finden.

Bildergalerie: Straßenfest in Mühlacker lockt Besucher an

„Das Wetter hätte zwar besser sein können, aber wir haben die Bude dennoch an beiden Tagen voll gehabt“, zeigte sich Vorsitzender Hermann Fasching dann auch zufrieden. Ebenfalls keinen Grund zu klagen hatte Claudia Stadler am Stand der Fvgg 08 Mühlacker. „Der Umsatz stimmt“, sagte sie. Das Straßenfest sei ein guter Anlass, um etwas Geld in die Vereinskasse zu spülen. Allerdings sei das nicht der Hauptgrund für die Teilnahme. „Als Traditionsverein möchte man bei einem solchen Fest natürlich präsent sein“, erklärte sie.

Ganz ähnlich sahen das auch Ursula Klein und Karin Lutz vom Turnverein Mühlacker, der sein Domizil in und rund um den Pavillon der Musikschule Gutmann in den Enzgärten hatte. „Es geht vor allem um das gesellige Zusammensein. Man trifft hier auch Leute, die man vielleicht ein ganzes Jahr nicht gesehen hat“, erklärte Lutz.Dass das Fest einen kleinen Betrag in die Vereinskasse bringe, sei natürlich schön. Allerdings käme man zum gleichen Ziel, wenn jedes Mitglied nur zwei Euro mehr Beitrag zahle, hatte die Vorstandsriege ausgerechnet. Dennoch engagiert sich der Verein gerne. „Und diesmal haben wir auch alle Schichten voll und alles klappt richtig gut“, freute sich Lutz. Einziger Wermutstropfen: „Wir haben in diesem Jahr auch einen Eisstand – aber am Samstag hätten wir eher Glühwein gebraucht“.

Eröffnung unter traurigen Vorzeichen

Im voll besetzten Festzelt des Mühlacker Musikvereins konnte Oberbürgermeister Frank Schneider bei der Eröffnung des Straßenfests neben Altbürgermeister Gerhard Knapp, zahlreichen Gemeinderäten und Delegationen aus den Partnerstädten Bassano del Grappa und dem thüringischen Schmölln als besonderen Ehrengast den italienischen Generalkonsul Massimo Darchini begrüßen. Zudem hatten sich die amtierenden Bundes- beziehungsweise Landtagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU), Katja Mast (SPD), Stefanie Seemann (Grüne) und Erik Schweickert (FDP) sowie einige andere Bundestagskandidaten der Region unter das Senderstädter Wahlvolk gemischt. Bei aller Freude über die Eröffnung des Straßenfestes ließ OB Schneider in seiner Ansprache auch ernste Töne anklingen. In Erinnerung an den Tod eines jungen Mannes aus der Partnerstadt Bassano bei dem Terrorakt in Barcelona vor wenigen Wochen appellierte der Oberbürgermeister an den europäischen Geist: „Wir müssen über Grenzen hinweg freundschaftlich verbunden sein und für unsere Werte kämpfen.“ Riccardo Poletto, Bürgermeister von Bassano, schloss sich den Worten Schneiders an: „Dass wir hier zusammensitzen, ist ein großes Zeichen der Brüderschaft“, so Poletto. Sven Schrade, Bürgermeister von Schmölln, stellte heraus: „Es ist die Aufgabe jedes Einzelnen, für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sorgen.“ Jochen Schray als organisatorischer Leiter des Straßenfestes dankte allen Mitwirkenden für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Musikalisch auf ganzer Linie überzeugen konnte der Jugendchor „Giovani voci di Bassano“ unter Leitung von Cinzia Zanon. Doch ein Chormitglied fehlte: Die Freundin des beim Terrorakt Verstorbenen konnte aufgrund ihrer Verletzungen nicht an der Chorreise teilnehmen.