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Eine Menge Wein, Cocktails und andere kühle Flüssigkeiten haben die Winzer aus der Region an die zahlreichen Besucher auf dem Mühlacker Weinfest ausgeschenkt. Foto: kollros
Eine Menge Wein, Cocktails und andere kühle Flüssigkeiten haben die Winzer aus der Region an die zahlreichen Besucher auf dem Mühlacker Weinfest ausgeschenkt. Foto: kollros
29.07.2018

Mühlacker Weinfest als Publikumsmagnet

Mühlacker. Das war ein Start in die Ferienzeit nach Maß: Hunderte Menschen vergnügten sich am Freitagabend bei guten Tröpfchen heimischer Wengerter und fetziger Hintergrundmusik zweier Combos beim zweiten Mühlacker Weinfest.

War vor einem Jahr die Premiere schon als Erfolg gefeiert, so wurde das in diesem Jahr sogar noch getoppt. Citymanager Rolf Watzal hatte den richtigen Riecher, als er mit der Veranstaltung zudem vom Konrad-Adenauer- auf den Kelterplatz umgezogen war, auf dem vergangenen Januar schon einmal weinselige Stimmung herrschte – beim ersten Glühweinfest. Und auch am Freitag auf dem größeren Platz herrschte drangvolle Enge, was unterstreichen mag, dass das Weinfest-Konzept stimmig ist. „Fantastisch, geradezu traumhaft“, schwärmte der Citymanager im Verlauf des Abends. „Das Fest hat Atmosphäre“, betonte er und wagte als Prognose, dass die Neuauflage im nächsten Jahr wohl schon gesichert sein dürfte. Auch Oberbürgermeister Frank Schneider zeigte sich hochzufrieden über den enormen Publikumszuspruch und vergaß bei der Fest-Eröffnung nicht zu erwähnen, dass derzeit auf dem Kelterplatz ein Großereignis das nächste jage.

Bei neun Weingütern und -genossenschaften gab es eine schier unbeschreibliche Auswahl süffiger Tröpfchen, was viele Gäste zum „Durchprobieren“ veranlasste. Sich das komplette Angebot zu erschließen, wäre freilich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Die mit viel Sorgfalt gepflegten Weine – allesamt Württemberger – stammten von Rebhängen in gleich drei Landkreisen, also aus jenem Landstrich, der vor über vier Jahrzehnten noch den Kreis Vaihingen darstellte – konkret von Oberderdingen über Horrheim und Gündelbach bis Roßwag-Mühlhausen.

Premiere mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt feierten auf dem Kelterplatz zwei Hobbyweingärtnerinnen mit gleichwohl professionellem Anspruch: Beate Gössel und Brigitte Sibinger-Sämann hatten rund ein halbes Dutzend Proben aus eigenem Steillagen-Anbau mitgebracht, die sie unter dem Label „Weinsinn“ vermarkten. Denn Wein sei „Poesie in Flaschen“, so das Duo. Ihr Erstling war 2013 ein „Blanc de Noir“, eine Cuvée aus allem, was ihre Parzelle hergab. Unterstützung beim Ausbau im Keller und fachliche Beratung erhalten die Novizinnen von Profi-Wengerter Sebastian Zaiß vom gleichnamigen Schützinger Weingut. Zaiß selbst war auch erstmals beim Weinfest in Mühlacker dabei, und er bereute es nicht. „Hier herrscht eine unglaubliche Stimmung, fast schon südländisch“, meinte er, als die Open-Air-Party so richtig im Gange war. Diesen Eindruck teilten auch die Kollegen, die mit dem Nachschenken oft nicht nachkamen. Oder zum Kühlwagen spurten mussten, um Nachschub zu holen. „Aber so soll’s ja sein“, meinte etwa Stefan Exner von der Sternenfelser Genossenschaft. Am besten kamen beim Publikum gekühlte Weißweine, Sekt, Prosecco aber auch Cocktails an. „Mühlacker hat endlich was auf die Beine gestellt, was die Leute massenhaft anzieht“, meinte Besucherin Justine Heitz und Frank Veit wollte so viel probieren, wie nur irgend geht. „Bei mir verdunstet nichts im Glas“, versicherte er vor allem ob der heißen Temperaturen. Auch Stadtrat Wolfgang Schreiber war als Genießer gekommen und schon ein bisschen stolz darauf, dass ein Neu-Mühlhäuser zum Weinkönig auf dem Fest gewählt wurde, der bald in den Ort einheiratet.

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