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Fühlt sich pudelwohl als Oberbürgermeister von Mühlacker: Frank Schneider.
Fühlt sich pudelwohl als Oberbürgermeister von Mühlacker: Frank Schneider. © Marx
13.06.2010

Mühlackers OB Schneider liebt seinen Job

MÜHLACKER. „Als ich gewählt wurde, habe ich gesagt, es ging ein Traum in Erfüllung. Das ist nach wie vor so. Ich bin jetzt im sechsten Monat OB und muss sagen, der Job ist anstrengend, kostet sehr viel Kraft macht mir aber sehr viel Freude.“ Nicht jeder kann von sich behaupten, seinen Traumjob gefunden zu haben, doch genau diese Bilanz zieht Frank Schneider, Oberbürgermeister der Stadt Mühlacker, gegenüber Mühlacker-news.

Schneider ist ein waschechter Bürger von Mühlacker. Sein Großvater und sein Vater hatten Zahnarztpraxen in der Stadt. Nach dem Studium kehrte auch er als Anwalt wieder zurück an die Enz. Und seit Januar hat er nun seinen Traumjob als Oberbürgermeister seiner Heimatstadt.

Doch auch einen Traumjob muss man sich erarbeiten. Schneider musste vor allem lernen, Geduld zu haben, denn kommunalpolitische Entscheidungen nehmen oft einen langen Weg. Und er musste lernen, sich den unterschiedlichsten Fragen und Schwierigkeiten unvoreingenommen zu stellen.

Eines der größten Probleme in Mühlacker ist für den Oberbürgermeister der Bevölkerungsrückgang. Die Einwohnerzahl liegt seit 2007 unter 26.000. In vergleichbaren Städten wie Bretten oder Vaihingen steigt sie hingegen. Die Stadt Mühlacker will deshalb nun nach 20 Jahren erstmals wieder ein Neubaugebiet ausweisen. Für die Bürger soll in Dürrmenz attraktiver, bezahlbarer Wohnraum entstehen.

Schneider spürt, dass er seit seinem Amtsantritt mit seinen Plänen für die Stadt immer mehr Gehör findet. Seine Bilanz nach rund einem halben Jahr als Rathauschef: „Das Wichtigste glaube ich ist, dass es mir gelungen ist, in Mühlacker ein neues Gefühl zu erzeugen. Ein Gefühl der Gemeinsamkeit in der Bürgerschaft und im Gemeinderat. Man sieht es, das ist natürlich auch verbunden mit der Krise, man weiss, wir haben schwere Zeiten.“

Schwere Zeiten, das heißt, dass auch Mühlacker, wie die meisten Kommunen, finanziell klamm ist. Durch drastisch gesunkene Gewerbesteuereinnahmen bekommt die Stadt weniger Geld als sie ausgibt. Nur mit Hilfe von Rücklagen hat der OB mit seinem Gemeinderat einen genehmigungsfähigen Haushalt hinbekommen. Schneider warnt: „Nächstes Jahr haben wir keine Rücklagen mehr. Wenn die Zahlen nicht wesentlich besser werden, und von dem gehe ich nicht aus, müssen wir Sparmaßnahmen ergreifen.“

Doch wie soll die Stadt als Wohnort attraktiver werden und gleichzeitig sparen? Dieser schweren Aufgabe muss sich OB Schneider künftig stellen. Es gibt Themen, da darf auf keinen Fall gespart werden, meint Schneider. Als Beispiele nennt Schulen und Kinderbetreuung. Schneider sagt dazu: „Wir bauen den Schulstandort aus, machen Ganztagesschulen und in den Kindergärten haben wir ein umfangreiches Angebot für unsere Kinder, um Mühlacker attraktiv zu halten.“

Tabu für Sparprogramme sind nach Schneiders Ansicht auch Projekte zur Integration von Ausländern. Mit einem Ausländeranteil von 16,9 Prozent sieht die Stadt eine wichtige Aufgabe in der Sprachförderung von Einwandererkindern und deren Eltern.

Wenn kaum Geld gespart werden kann, muss eben mehr verdient werden. Ein Weg in diese Richtung für die Stadt Mühlacker ist es, so Schneider gegenüber Mühlacker-news, neue Gewerbeflächen auszuweisen. Momentan gibt es noch eine heftige Diskussion über den Standort. Aber eins ist klar, für den OB: Krisensicherer wird Mühlacker nur, wenn sich der Maschinenbaustandort künftig bezüglich seiner Gewerbebetriebe thematisch breiter aufstellt. tv-bw.com