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Emilie Keuthe lebt im DRK-Seniorenzentrum in Mühlacker und wurde Opfer eines Trickbetrugs. In ihrer Hand hält sie einen Comic, mit dem die Polizei vor falschen Polizisten warnt. Foto: Fotomoment
Emilie Keuthe lebt im DRK-Seniorenzentrum in Mühlacker und wurde Opfer eines Trickbetrugs. In ihrer Hand hält sie einen Comic, mit dem die Polizei vor falschen Polizisten warnt. Foto: Fotomoment
12.02.2019

Mysteriöser Vorfall: Falscher Polizist versetzt 99-Jährige in Mühlacker in Angst

Mühlacker. Eine Nacht in Angst hat Emilie Keuthe am Wochenende erlebt. Die 99 Jahre alte Bewohnerin des betreuten Wohnens im DRK-Seniorenzentrum Mühlacker erhielt mehrere Anrufe von einem falschen Polizisten.

Am vergangenen Samstag um 20 Uhr klingelte das Telefon. „Ich zog mich gerade um für die Nacht“, erzählt Emilie Keuthe. In der Leitung war schließlich ein Mann – mit einer „ganz jungen und vertrauenswürdigen Stimme“, erinnert sich die Betroffene. Er gab sich als Beamter des Polizeireviers Mühlacker aus. Schließlich sprach er eine vermeintliche Warnung aus und sagte der 99-jährigen, dass sie „in höchster Lebensgefahr“ sei und in der nächsten Stunde jemand bei ihr einbrechen würde. Zu ihrem Schutz würden aber Polizisten in Zivil kommen. Sie solle auf jeden Fall nicht aus dem Zimmer gehen. Der Mann habe sich dann innerhalb einer Stunde immer wieder gemeldet.

Diese Vorgehensweise ist der Polizei bekannt. „Wir erleben das ständig, oft sogar mehrmals am selben Tag“, berichtet Polizeipressesprecher Frank Otruba auf PZ-Anfrage. Er erklärt, dass die Täter die Telefonnummern über das Internet bekommen. Dann suchen sie sich vor allem ältere Menschen aus und telefonieren ganze Wohngebiete ab. „Und am Telefon werden dann ganze Legenden erzählt“, so Otruba. „Um die Geschichte glaubhaft zu machen, meldet sich manchmal sogar noch ein vermeintlicher Staatsanwalt.“ Dann fordern die Täter ihre Opfer auf, für die Beamten Geld vor die Tür zu legen oder eine Überweisung zu tätigen. Das jedoch würde die „echte“ Polizei natürlich niemals machen.

Sie habe dem unbekannten Anrufer zunächst geglaubt, sagt Emilie Keuthe. Erst mit der Zeit seien ihr der vielen Presseberichte wegen Zweifel gekommen. Schließlich habe sie die Polizei in Mühlacker angerufen, die dann mit zwei Beamten anrückte und das Gelände rund um das betreute Wohnen absuchten.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 13. Februar, in der „Pforzheimer Zeitung“ (Ausgabe Mühlacker) oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.