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Nach Brand bleiben Fragen offen © Fuchs
23.08.2010

Nach Brand im Asylbewerberheim bleiben offene Fragen

VAIHINGEN/MÜHLACKER. Ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamts in Stuttgart soll klären, warum in einer Vaihinger Notunterkunft ein Feuer ausgebrochen ist. Bei dem Brand starb ein 52 Jahre alter Mann.

 

Bildergalerie: Feuer im Asylbewerberheim

Nach wie vor hat die Polizei keine Hinweise dafür, dass der Brand in der Nacht zum Samstag einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnte (PZ berichtete). Ein technischer Defekt ist aus Sicht eines Sprechers der Polizei in Ludwigsburg dennoch nur eine mögliche Ursache. Laut Peter Midenhorn, ist ebenso zu prüfen, ob womöglich das Opfer fahrlässig gehandelt oder sogar vorsätzlich Feuer gelegt hat. Nach seiner heutigen Inspektion in Vaihingen werde der Brandsachverständige des Landeskriminalamts in Stuttgart möglicherweise eine Tendenz nennen können, sagte Midenhorn. Die endgültige Analyse werde jedoch Tage in Anspruch nehmen, erläuterte der Polizeisprecher gegenüber der PZ. Unterdessen sollen im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus „die sterblichen Überreste des Getöteten“ obduziert werden.

Bildergalerie: Ein Tag nach dem Brand im Asylbewerberheim

Ein 52 Jahre alter Deutscher war in den Flammen umgekommen. Er hatte in einem der vier Gebäude in dem Komplex am Vaihinger Stadtrand gewohnt. Nähere Angaben zum Opfer machte die Polizei noch nicht. Zum Zustand der Holzgebäude sagte Bürgermeister Wilfried Nestle, sie seien „innen in Ordnung“. An insgesamt drei Standorten könne die Stadt bis zu 80 Personen unterbringen. Da nicht alle Plätze belegt seien, habe eine elfköpfige Familie aus dem Kosovo, die sich vor den Flammen gerettet hatte, schnell in einer Behelfswohnung in der Enzstraße unterkommen können. Während in der Vaihinger Einrichtung sowohl abgelehnte Asylbewerber wie auch Obdachlose aufgenommen werden, dient eine Unterkunft in der Bahnhofstraße in Mühlacker als Übergangswohnheim für Spätaussiedler. Wie auch in Vaihingen gibt es dort tagsüber eine betreuende Person sowie einen Hausmeister. Im Brandfall, den es im Mühlacker Wohnheim noch nicht gegeben hat, müssten die bis zu fünfzehn Bewohner zum Mobiltelefon greifen. Anders als früher gebe es im Gebäude keinen „Wandapparat“ mehr, sagte Andreas Kraus, Leiter des Ordnungsamts beim Landratsamt Enzkreis. Er ist für drei weitere Unterkünfte zuständig, auch für jene in Straubenhardt, in der es im Februar 2009 gebrannt hat.