nach oben
Das beim Brand in der Mühlacker Bahnhofstraße eingesetzte Löschwasser hat umliegende Gebäude beschädigt. Foto: Hepfer
Das beim Brand in der Mühlacker Bahnhofstraße eingesetzte Löschwasser hat umliegende Gebäude beschädigt. Foto: Hepfer
Wasser und Feuchtigkeit haben die Geräte im Fitness-Studio in der Bahnhofstraße angegriffen. Bei einigen ist die Elektronik komplett zerstört. Foto: Privat
Wasser und Feuchtigkeit haben die Geräte im Fitness-Studio in der Bahnhofstraße angegriffen. Bei einigen ist die Elektronik komplett zerstört. Foto: Privat
Auch das Restaurant rechts neben dem Fitness-Studio öffnet bald wieder. Foto: Hepfer
Auch das Restaurant rechts neben dem Fitness-Studio öffnet bald wieder. Foto: Hepfer
Die Decke ist aufgeweicht. Foto: Privat
Die Decke ist aufgeweicht. Foto: Privat
16.07.2017

Nach Brand vor einem Monat in Mühlacker: Betroffene berichten

Mühlacker. Fast genau einen Monat ist es her, seit der Großbrand in der Mühlacker Innenstadt den Anwohnern einen Schock versetzte. Wegen Schweißarbeiten mit teerhaltigem Material (Bitumen) auf einem Flachdach in der Bahnhofstraße hatte ein angrenzendes Gebäude Feuer gefangen und brannte fast völlig ab.

Nach Großbrand: Zerstörungen in Mühlacker Fitness-Studio

Die Feuerwehr, mit rund 20 Fahrzeugen, zwei Drehleitern und über 100 Einsatzkräften angerückt, bekam die Flammen nur mit Mühe unter Kontrolle. Personen wurden nicht verletzt. Durch den Brand und das eingesetzte Löschwasser wurden die benachbarten Gebäude aber zum Teil schwer in Mitleidenschaft gezogen. Das „Asia Schlemmerhaus“ und das Fitness-Studio „clever fit“ mussten wegen der Schäden schließen. Auch Büroräume der Wohnungsverwaltung M. Liehr wurden verwüstet. Obwohl die Schadenshöhe zwischen 800 000 und einer Million Euro liegen soll, sind die Betroffenen aber offenbar mit einem blauen Auge davongekommen.

Wasser von der Decke getropft

„Für uns war es wohl Glück im Unglück“, betont Norbert Reith, Betreiber des Fitness-Studios in der Mühlacker Bahnhofstraße auf PZ-Nachfrage. „Vier Tage nach dem Brand hatten wir schon wieder offen. Das konnte bei diesem Inferno keiner vorhersagen.“ Durch das Löschwasser war im Fitness-Studio ein Großteil der Decke eingebrochen und die Elektronik vieler Sportgeräte in den 800 Quadratmeter großen Räumlichkeiten wurde zerstört. „Alles war nass und feucht. Hier hat es ausgesehen, wie nach einem Tsunami“, schildert Mitarbeiter Robert Weinberger die damalige Lage. Das Wasser hätte von der Decke getropft und es sei ein unbeschreiblicher Kabelsalat entstanden. Auch der Boden sei voller Pfützen gewesen. Glücklicherweise habe die vinylbeschichtete Oberfläche der Feuchtigkeit standgehalten.

Reibungslose Zusammenarbeit

„Das war für mich wie ein kleines Wunder. Hätten wir den Boden ersetzen müssen, wären 60 000 Euro fällig gewesen“, so Fitness-Studio-Betreiber Norbert Reith, der den Geräteschaden durch Wasser und Rost auf etwa 100 000 Euro schätzt. „Als ich auf der Straße gestanden bin und die Flammen beim Brand hochgeschlagen haben, war das für mich wie ein Weltuntergang“, fügt er hinzu. Mittlerweile ist Reith aber schon wieder entspannter. Auch deswegen, weil Büro und Solarium von Wasser und Feuer weitgehend verschont geblieben sind. Imponiert hat ihm vor allem, wie schnell und reibungslos die Zusammenarbeit zwischen Hausverwaltung, Handwerkern und seinem Personal funktionierte. „Alle haben in der Not mitangepackt. Das war schon eine Meisterleistung“, erinnert sich Mitarbeiter Aleksandar Dzonlaga.

Auch im benachbarten „Asia Schlemmerhaus“ ist man mit dem Schrecken davongekommen. „Nur die Decke hat durch das Löschwasser etwas abbekommen, sonst ist alles intakt“, versichert Chen Piao von der Betreiberfamilie, die in den kommenden Tagen das Restaurant wieder öffnen will.

Aus Sicht der Wohnungsverwaltung M. Liehr, der auch das abgebrannte Gebäude in der Bahnhofstraße gehört, ist die Situation derweil nicht ganz so rosig. Die neuen Büroräume sind bis auf Weiteres nicht nutzbar. Außerdem musste ein Teil der Buchhaltungsunterlagen weggeworfen werden. „Momentan riecht es im Haus noch wie in einer Räucherkammer“, sagt Elfie Liehr, die Mutter des Firmeninhabers. Dringlich sei vor allem, das kaputte Dach so schnell wie möglich wieder flottzubekommen.