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09.01.2019

Nach Vorfall an Mühlacker Schule: Das sind die Gefahren von Böllern

Mühlacker. Nach dem Vorfall an der Mühlacker Mörike-Realschule rücken die Risiken der Sprengkörper stärker ins Bewusstsein der Bürger. Das jedenfalls ist die Hoffnung von Experten, die sich mit der Feuerwerks-Thematik auskennen.

Der Fall erinnert an jene Meldungen, die man gemeinhin am Tag nach Silvester lesen muss. Durch Unfälle mit Feuerwerk kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen. Ein Einzelfall ist das, was sich am Montagvormittag an der Mörike-Realschule in Mühlacker zugetragen hat, also folglich nicht. Und doch ist das Vorkommnis speziell. Zum einen, weil es sich in einer Schule abspielte und auch etliche Klassenkameraden verletzt worden sind. Zum anderen, weil eine Woche nach Silvester schon längst nicht mehr geböllert werden darf – schon gar nicht in geschlossenen Räumen und erst recht nicht von einem 15-Jährigen, der entsprechende Böller überhaupt nicht erwerben darf.

Der Fall, das lässt sich mittlerweile sagen, schlägt große Wellen. Und viele Reaktionen, die die PZ-Redaktion in diesen Tagen vor allem über die sozialen Netzwerke erreichen, sind von wenig Mitgefühl geprägt.

Dabei sind die Umstände des Vorfalls nach wie vor nicht endgültig geklärt. Offen ist beispielsweise, ob der Silvesterkracher illegal hergestellt wurde. Denn wie genau der Böller beschaffen war, der am Montagvormittag in der rechten Hand eines 15-jährigen Neuntklässlers explodierte, wodurch dieser laut Polizei nach bisherigem Erkenntnisstand einen Finger und mehrere Gliedmaßen verlor, wird derzeit nach wie vor von Spezialisten des Landeskriminalamts untersucht. Mit einem Ergebnis ist erst in den kommenden Tagen zu rechnen.

Doch auch legale Böller sind alles andere als Spielzeug – und gehören zu Recht nicht in die Hände von Minderjährigen, wie Philipp Baumann, Leiter der Mühlacker Feuerwehr und Experte im Umgang mit Feuerwerk, gegenüber der PZ erläutert.

Baumann, der vor seiner Zeit in Mühlacker in Hamburg tätig war, ist aus der Großstadt viele Unfälle mit Feuerwerk gewöhnt. Und beinahe immer seien schwere Verletzungen vor allem dann zu beklagen, wenn entweder illegale Böller verwendet wurden oder Feuerwerk unsachgemäß abgebrannt wurde. „Silvesterkracher sollten nur auf Freiflächen verwendet werden und nie in unmittelbarer Nähe von Personen“, betont Baumann. Habe ein Böller eine sehr kurze Zündschnur, solle man diesen erst gar nicht anzünden.

Es sei kein Zufall, erläutert Baumann, dass die Feuerwehren vor Silvester in jedem Jahr vor den großen Gefahren warnten, die das Böllern mit sich bringe.

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