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13.05.2011

Namens-Streit um Wersche

WIERNSHEIM. Die Gemeinde Wiernsheim heißt im Volksmund Wersche – das ist für Menschen aus der Region nichts Neues. Gewerbetreibende aus Wiernsheim haben ihre Leistungsschau deshalb „Wersche pur“ genannt. Weil für die mittlerweile vierte Gewerbeschau mit diesem Namen eine Homepage eingerichtet wurde, ist Gregor Wersche aus Berlin darauf aufmerksam geworden. Das verleitete den Ingenieur allerdings nicht zu einem Besuch auf der nächsten Schau, sondern zu einem Schreiben an den Gewerbeverein, in dem dieser aufgefordert wurde, die Namensnennung zu unterlassen. Denn: Wersche habe sich seinen Nachnamen 2001 schützen lassen.

Laut dem Vereinsvorsitzenden Gerhard Hudak wurde auch eine Zahlung von 6000 Euro gefordert. Der Verein nahm sich anwaltliche Hilfe.Die anstehende Messe heißt nun nicht mehr „Wersche pur“, sondern Leistungsschau in Wiernsheim. Danach, so Hudak, habe man in Wiernsheim gedacht, alles sei in Butter. Dann sei allerdings noch eine Aufforderung aus Berlin gekommen, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Wieder suchte der Verein Hilfe beim Anwalt.Unterstützung bekommen die Gewerbetreibenden auch von anderer Seite. In der Wiernsheimer Verwaltung und auch im Kreisarchiv wird nachgeforscht, ob die Ortsbezeichnung Wersche nicht doch in historischen Belegen auftaucht und damit ältere Rechte an dem Namen geltend gemacht werden könnten. „Das betrifft ja nicht mehr nur die Gewerbetreibenden, sondern die Gesamtgemeinde“, meint Hudak.

Bislang gebe es allerdings noch keinen Treffer. Sollte der Streit vor Gericht enden, sieht der Wiernsheimer „ob eines angedrohten Streitwerts von 75.000 Euro“ den Gewerbeverein von der Auflösung bedroht.Telefoniert man mit Gregor Wersche in Berlin erklärt dieser, dass die Sache für ihn nach der Aufgabe der Domain Wersche pur und dem Verzicht auf diesen Namen im Bezug auf die Leistungsschau erledigt sei. Was allerdings nicht als „Freibrief“ verstanden werden dürfe, den Namen in anderem Zusammenhang wieder zu verwenden, so Wersche zur PZ. Es sei ihm nicht um Schadensersatz gegangen, so der Berliner. Aufs Internet und damit Suchmaschinen bezogen gehe es ihm darum, „dass wir gefunden werden und nicht andere“. Bislang hat es nach Angaben Wersches dreimal Streit um den geschützten Namen gegeben. Beigelegt seien diese außergerichtlich worden. nad

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