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Gemeinsam für die Mehlschwalbe: Naturschutzbehörden, Schule Enzberg und ehrenamtliche Helfer wie Roland Erlenmaier (Vierter von rechts) setzen sich für den Schutz der Zugvögel ein. Die Mehlschwalben nisten seit vielen Jahren immer wieder unter dem Dachvorsprung des Enzberger Bahnhofgebäudes. Fritz-Gerhard Link, Winfried Abicht und Wolfgang Herz (von rechts) machten sich gestern vor Ort ein Bild.
Gemeinsam für die Mehlschwalbe: Naturschutzbehörden, Schule Enzberg und ehrenamtliche Helfer wie Roland Erlenmaier (Vierter von rechts) setzen sich für den Schutz der Zugvögel ein. Die Mehlschwalben nisten seit vielen Jahren immer wieder unter dem Dachvor © Schmid
29.04.2011

Netzwerk zum Schutz der größten Mehlschwalbenkolonie im Enzkreis

MÜHLACKER-ENZBERG. Gemeinsam bilden Schule Enzberg, Naturschutzbehörden, Stadtwerke und ehrenamtliche Helfer in Enzberg ein Netzwerk für den Artenschutz. Dort gibt es die größte Mehlschwalbenkolonie im Enzkreis.

Bereits seit über 30 Jahren nisten Mehlschwalben am heute leerstehenden Bahnhofsgebäude in Enzberg. Bürger hätten damals die ersten Nester gespendet, erzählt Roland Erlenmaier. „Seitdem sind jedes Jahr Schwalben hier.“ Der Enzberger kümmert sich um die Kolonie. Säubert einmal im Jahr die Kotbretter mit Hilfe der Stadtwerke Mühlacker und beobachtet die Vögel. Dabei wird er nun von Schülern der Schule Enzberg unterstützt. Im Rahmen eines Projektes helfen Schüler Nester aufzuhängen und lernen von Erlenmaier Wissenswertes über die Zugvögel, die das Mittelmeer überfliegen, um in Enzberg zu nisten.

Die nächste, größere Kolonie mit rund 20 Paaren gibt es laut dem Enzkreis-Naturschutzbeauftragten Fritz-Gerhard Link in Illingen. Gerade weil die Mehlschwalbe sehr orts- treu sei, sei es schwierig, neue Kolonien aufzubauen. Die ersten Zugvögel sind in Enzberg schon da. Elf hat Erlenmaier in der Luft gezählt, noch einige mehr bei der Säuberungsaktion in den Nestern. „2010 waren es 36 Paare in den 40 Nestern am Bahnhofsgebäude“, berichtet der vogelkundige Enzberger. Die Nester werden angebracht, weil die Vögel immer weniger Material wie Lehm zum Nestbau finden. Auch an einigen Häusern in Enzberg finde man noch Mehlschwalbennester, weiß Erlenmaier. Unter anderem wollen die Schüler die Population in Enzberg auch zählen. Die Schule hat sich beim landesweiten Projekt „Schulen helfen Schwalben“ der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg beteiligt. Umweltprojekte seien an der rund 50 Schüler zählenden Schule für Erziehungshilfe in Enzberg sehr beliebt, sagt die stellvertretende Schulleiterin Johanna Jünger. Der Erste Landesbeamte des Kreises, Wolfgang Herz, und Mühlackers Bürgermeister Winfried Abicht unterstützen die Fortsetzung der Nestpflege in Enzberg. Gestern wurden am Enzberger Bahnhof vier neue Nester übergeben, wobei Herz „das örtliche Netzwerk für den Artenschutz“ lobte.