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Verhüllt präsentiert sich derzeit das ehemalige Gasthaus Rössle, in dem die neue Mediathek entsteht. Privat
Verhüllt präsentiert sich derzeit das ehemalige Gasthaus Rössle, in dem die neue Mediathek entsteht. Privat
27.08.2017

Neue Oberderdinger Einrichtung wächst und gedeiht – Kosten von rund 1,6 Millionen Euro

Obederdingen. In den alten Gemäuern des ehemaligen Gasthauses „Rössle“ in der Brettener Straße 42 in Oberderdingen ist noch der Hauch der Geschichte spürbar.

Im „Rössle“, das um 1755 auf einem historischen Keller wiedererrichtet und um 1823 erweitert wurde, und das früher sogar eine Pferdewechselstation auf der Thurn- und Taxis´schen Postlinie beherbergte, bekommt die bisherige Gemeindebücherei eine neue Heimat als moderne Mediathek mit zusätzlichen E-Books, Hörbüchern, Internetzugang und Zeitungen.

Auf den insgesamt 300 Quadratmetern der beiden Gebäude mit Innenhof sollen künftig dann alle Generationen angesprochen werden, in die große weite und informative Welt der Worte und Bilder in einem angenehmen Ambiente einzutauchen. Seit Februar sind in dem Gebäude nun die Abbrucharbeiten durch den Bauhof erfolgt. Dabei haben auch Asylbewerber mitgeholfen. Vergangene Woche haben sich nun Architekt Günther Meerwarth und die stellvertretende Bauamtsleiterin Michaela Österle an der Baustelle getroffen. „Wir haben das Gebäude nun entkernt“, berichtet Meerwarth im Gespräch über den Baufortschritt. Nicht mehr benötigte Füllungen in den Decken und Wänden wurden dabei entfernt. Die äußeren Wände bleiben erhalten und werden so weit wie möglich restauriert und bekommen innen eine neue Vorwand. So soll im ehemaligen Tanzsaal ein Leseraum entstehen und der Gewölbekeller soll auf etwa 65 Quadratmetern Fläche auch für Veranstaltungen genutzt werden können.

Im Innenhof wird ab Oktober überdies ein neues Gebäude mit fünf Metern Breite, zehn Metern Länge und 18 Metern Höhe gebaut, in dem dann das Treppenhaus und ein Aufzug eingebaut werden, so dass die drei Stockwerke barrierefrei erreicht werden können. Im Erdgeschoss sind eine Teeküche und die Sanitärräume vorgesehen. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden die Medienräume eingerichtet und im dritten Obergeschoss sollen die Kinder dann ein Leseparadies vorfinden. Im Dachgeschoss werden die Technik installiert und Abstellräume eingebaut. Pro Stock stehen rund 60 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. „Es ist unsere Aufgabe, die alte Bausubstanz zu sanieren und vor allem auch das Fachwerk sichtbar zu machen“, sagt Meerwarth. Von den insgesamt rund 1,6 Millionen Euro Kosten verbleiben der Gemeinde nach Abzug der Zuschüsse rund 420 000 Euro. Bis Frühjahr 2018 soll die neue Mediathek fertig sein.