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Bürgermeisterstellvertreter Winfried Scheuermann leitet in Abwesenheit des Gemeindeoberhaupts die Versammlung in der Illinger Halle. Foto: Prokoph
Bürgermeisterstellvertreter Winfried Scheuermann leitet in Abwesenheit des Gemeindeoberhaupts die Versammlung in der Illinger Halle. Foto: Prokoph
06.01.2017

Neujahrsempfang Illingen: Leise Kritik in gut aufgestellter Gemeinde

Illingen. Zu wenig Hochwasserschutz, Müllprobleme in der Talaue und fehlgeleitete Laster, die durch die Wohngebiete fahren, waren unter anderem Themen bei der Illinger Bürgerversammlung am Mittwochabend. Dazu haben sich knapp 100 Interessierte in der örtlichen Stromberghalle eingefunden.

Aus familiären Gründen war Illingens Bürgermeister Harald Eiberger verhindert. Für ihn leitete sein Stellvertreter Winfried Scheuermann die Versammlung und gab zu Beginn einen ausführlichen Bericht zur Lage der Gemeinde. Von der Verwaltung unterstützten ihn die Organisatorin der Versammlung, Marita Weihing, der stellvertretende Kämmerer Michael Bethäuser, Hauptamtsleiter Sven Holz, sein Stellvertreter Dominik Laudamus, der im Publikum saß, sowie Bauamtsleiter Thomas Mörmann und sein Stellvertreter Matthias Meinhardt.

„Wir alle haben Gemeinschaftssinn an den Tag gelegt“, lobte Scheuermann rückblickend das 1250-Jahre-Bestehen Illingens im vergangenen Jahr. Zudem stünden die 1,5 Millionen Euro Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt 2017 zusammen mit der Rücklage von derzeit rund 5,2 Millionen Euro für eine gute Finanzlage der Kommune.

Ins Rathaus wird investiert

Überdies würden in diesem Jahr rund fünf Millionen Euro investiert. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, sagte Scheuermann. Denn auch in die Schule und in die Kitas sei investiert worden. Auch mit den derzeit 100 Flüchtlingen gebe es keine Probleme. „Wir sind in Illingen derzeit gut aufgestellt“, sagte Scheuermann. Nicht nur Neues schaffen, sondern auch Altes erhalten, sei die Devise. Deshalb werde nun in das Illinger Rathaus investiert. Für den Hochwasserschutz nach dem letzten Hochwasser im Jahr 2013 finden derzeit Flussuntersuchungen der Metter statt, die Zaisersweiher, Diefenbach und Schützingen betreffen. Im Moment kümmere sich die Gemeinde außerdem um nötigen Grunderwerb. Das sei allerdings mit Schwierigkeiten verbunden, weil private Grundstückseigentümer sich quer stellen würden, so Scheuermann.

Bei diesem Punkt gab es mehrfach Kritik aus den Bürger-Reihen. Denn seitens der Verwaltung sei versprochen worden, das Bachbett in Illingen auszubaggern, so der Vorwurf mehrerer vom Hochwasser 2013 geschädigter Anrainer. Das Bachbett habe von der Böschung nicht ganz befreit werden können, weil der Zeit- und Personalaufwand dafür sonst zu hoch gewesen sei, argumentierte Bauamtsleiter Thomas Mörmann.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Mülleimer in der Talaue häufig auch mit Windeln gefüllt seien. Drei Eimer seien immer voll, berichtete Matthias Meinhardt. Der Bauhof leere einmal in der Woche. Mehr sei personell aber nicht möglich. Ein weiteres bekanntes Problem seien fehlgeleitete Lastwagen, die auch durch Illingens Wohngebiete fahren. „Der Grund ist, dass viele Lastwagenfahrer ihre Navis aus den Privatautos nutzen“, klärte Meinhardt die Situation auf. Verkehrsschilder werden vom Kreis aufgestellt und können nicht von der Gemeinde bestimmt werden, erläuterte Scheuermann. Probleme mit Lastern gebe es auch in der Schützinger Straße. Weitere Kritik gab es am Ausbau des schnellen Internets. Hier sollen sich die Betroffenen mit Hauptamtsleiter Sven Holz treffen und Einblick in eine entsprechende Karte nehmen. Denn: „Es gibt in Illingen keine Vollabdeckung für schnelles Internet“, sagte Holz.