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Mit Hilfe von Flugblättern versucht die Polizei derzeit, den Tankstellenräuber, der am Dienstagmittag in Mühlacker mehrere Hundert Euro erbeutet hat, zu ermitteln. Im persönlichen Gespräch mit Anwohnern versuchen die Beamten zudem, Hinweise zu bekommen.
Tankstellenräuber © Lutz
15.06.2011

Noch keine heiße Spur nach Mühlacker Tankstellenraub

MÜHLACKER. Die Polizei fahndet derzeit mit Hochdruck nach dem Mann, der am Dienstagnachmittag mit einer Schusswaffe eine Tankstelle in der Stuttgarter Straße in Mühlacker überfallen hat.

Laut neuesten Erkenntnissen der Polizei ist der Täter, der als 20 bis 30 Jahre alter Mann beschrieben wird, nach dem Raubüberfall nicht wie ursprünglich berichtet in Richtung Innenstadt, sondern stadtauswärts ins Wohngebiet am Senderhang geflohen. „Die Kollegen der Kriminalpolizei werden nun alle Anwohner, die an der vermutlichen Fluchtroute wohnen, befragen, ob sie etwas Verdächtiges bemerkt haben“, erklärt Polizeisprecher Wolfgang Schick.
Laut Schick hat sich der Überfall wie folgt abgespielt: Der Täter hat gegen 16 Uhr den Verkaufsraum der Tankstelle betreten und ist mit gezückter silberner Schusswaffe auf die 19 Jährige Kassierin zugestürmt. Bekleidet war der Mann mit einer schwarzen Sturmhaube, einer gelb getönten Sonnenbrille und einem dunkelblauen Jogginganzug mit hellen Streifen.

Ohne ein Wort zu sagen habe er daraufhin mehrere Hundert Euro Bargeld aus der Kasse gestohlen und sei danach sofort aus der Tankstelle geflohen. Anschließend flüchtete der bewaffnete Täter vermutlich über die Treppe von der Stuttgarter Straße in Richtung Torackerweg. „Alles in allem war der Räuber wohl nicht länger als maximal eine Minute im Verkaufsraum“, sagt Schick.
Die Kassiererin und der 35-jährige Filialleiter der Tankstelle, der sich zum Tatzeitpunkt nicht im Verkaufsraum aufhielt, verständigten daraufhin umgehend die Polizei, die eine großangelegte Fahndung nach dem Täter einleitete. Diese blieb jedoch ohne Erfolg.

„Aus diesem Grund werden die Kollegen von Tür zu Tür gehen, um hoffentlich brauchbare Informationen zu bekommen“, so Schick, der betont, dass derzeit in alle Richtungen ermittelt werde: „Noch können wir nicht sagen, ob der Täter hier aus Mühlacker stammt oder von außerhalb.“ Es sei jedoch zu vermuten, dass der Mann die Tankstelle einige Zeit ausspioniert habe, da es ungewöhnlich sei, mittags um 16 Uhr einen derartigen Überfall durchzuführen, bei dem man damit rechnen müsse, von Zeugen überrascht zu werden.
Einen Zusammenhang zwischen dem Tankstellenüberfall und den Überfällen in der Mühlacker Bahnhofstraße und auf den Bahnhofskiosk vor einigen Wochen sieht Schick hingegen momentan nicht. „Die Täterbeschreibungen passen nicht zusammen, und auch die Taten an sich sind vom Ablauf her zu unterschiedlich“, sagt Schick. Definitiv ausschließen könne man einen möglichen Zusammenhang jedoch nicht.

Erschwerend komme hinzu, dass sich bei den noch immer ungelösten Fällen vom Ostermontag und vom 3. Mai noch keine heiße Spur ergeben habe. „Leider tappen wir nach wie vor im Dunkeln, was die damaligen Täter angeht“, sagt Schick.
Auch aus diesem Grund will die Polizei der derzeitigen Strategie treu bleiben und durch verstärkte Präsenz in der Innenstadt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aufrecht erhalten. „Nebenbei erhoffen wir uns durch diese Maßnahme auch neue Erkenntnisse zu erlangen, wenn uns Passanten spontan auf Dinge ansprechen, die ihnen aufgefallen sind“, so Schick. max