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Nur 3000 Euro Strafe soll der Unfallverursacher nach tödlichem Unfall auf der B 10 bei Mühlacker zahlen.
tödlicher unall © PZ-Archiv
08.03.2011

Nur 3000 Euro Strafe nach tödlichem Unfall bei Mühlacker?

MÜHLACKER/MAULBRONN. Der tödliche Anhänger-Unfall vom August 2010 ist strafrechtlich gesehen erledigt, wenn der Unfallverursacher 3150 Euro zahlt. Einen entsprechenden Strafbefehl der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Maulbronn dem Pforzheimer zugestellt. Einen Prozess gibt es nur, wenn der Mann Einspruch einlegt. Zu dem Unfall war es auf der B 10 zwischen Mühlacker und Enzberg wegen eines platten Reifens gekommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen fahrlässige Tötung und zweifache Körperverletzung vor. Als sein mit Holz beladener Anhänger in den Gegenverkehr schleuderte, starb eine 54 Jahre alte Stuttgarterin, zwei junge Menschen wurden in ihrem völlig demolierten Auto schwer verletzt. Oberstaatsanwalt Christoph Reichert sagte Muehlacker-News, der Strafbefehl (90 Tagessätze zu 35 Euro) berücksichtige sowohl das "geringe Pflichtverschulden" des Mannes als auch die "schweren Folgen" des Unfalls. Selbst wenn es zu einem Prozess komme, sei eine Freiheitsstrafe unwahrscheinlich. Unabhängig davon, ob der Unfallverursacher den Strafbefehl, der auch zwei Monate Fahrverbot vorsieht, annimmt, können die Opfer beziehungsweise die hinterbliebenen der getöteten Frau zivilrechtlich gegen ihn vorgehen.

Mehr zum Anhänger-Unfall und seine juristische Aufarbeitung lesen sie in der Mittwochsausgabe der Pforzheimer Zeitung (Ausgabe Mühlacker).