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Mehr Platz für die Busse sollen kleine Veränderungen etwa an Parkplätzen und Bordsteinen in der Bahnhofstraße in Mühlacker bringen.
Mehr Platz für die Busse sollen kleine Veränderungen etwa an Parkplätzen und Bordsteinen in der Bahnhofstraße in Mühlacker bringen. © Lutz
26.07.2011

Nur kleine Eingriffe in die Bahnhofstraße

Die Verkehrssituation an der zentralen Ader in Mühlacker ist ein altes Dauerthema. Jetzt will der Gemeinderat an der Bahnhofstraße nur feilen. Das Rezept: Kein unechter Einbahnverkehr, dafür mehr Luft durch kleine Einschnitte.

Die Urteile der Stadträte darüber, ob der Spagat in der Bahnhofstraße zwischen mehr Qualität für Fußgänger und guter Erreichbarkeit der Geschäfte funktioniert, gehen weit auseinander. Räte wie Guido Wölfle (Freie Wähler) und Günter Bächle (CDU) und Oberbürgermeister Frank Schneider beschreiben die Verkehrssituation in der zentralen Einkaufstraße als einen Kompromiss, der viele Verbesserungen gebracht habe. Viel mehr sei alleine schon wegen der eng stehenden Häuser nicht möglich.

Andere wie Thomas Knapp (SPD) und Ulrike Fuchs (Liste Mensch und Umwelt) empfinden die vielen Autos, die trotz des Verkehrsrückgangs nach dem letzten Umbau immer noch durch die Bahnhofstraße fahren als störend. Beide glauben an den Wunsch der Bürger auf noch mehr Entlastung.

Angst vor mehr Durcheinander

Doch das Nein zu dem von der SPD beantragten unechten Einbahnverkehr fiel eindeutig aus. Jens Hanf (FDP) fasste die Gründe für viele zusammen: Ein solcher Schritt würde viel Verkehr in Wohnstraßen verdrängen, dem einmütigen Wunsch der Geschäftswelt nach Erreichbarkeit der Läden widersprechen und eher für zusätzliches Durcheinander sorgen. Denn eine unechte Einbahnstraße hätte folgendes bedeutet: Man hätte nur noch von einer Seite her in die Bahnhofstraße fahren können. In der Straße selbst wäre der Verkehr aber in beide Richtungen erlaubt gewesen. Die Verwaltung warnte, dass damit sehr oft in der engen Straße gewendet werden müsste. Am Ende stimmte auch die SPD nicht für die von ihr eingebrachte Idee. Aber wie die Liste Mensch und Umwelt setzen die Genossen auf einen großen Wurf zu einem späteren Zeitpunkt.

Auch der Busverkehr war ein wichtiges Argument. „Die Busse sind das Problem bei den Stockungen in der Bahnhofstraße, aber wir brauchen sie einfach dort“, sagte Rolf Leo (Freie Wähler). Rund 250 Busverbindungen täglich in der Bahnhofstraße zählte Bürgermeister Winfried Abicht. Ihnen soll mehr Platz geschaffen werden. Dafür sollen zwei Parkplätze im Bereich des Kreisverkehrs bei der Bäckerei Heidinger weichen, zwei weitere bei der Einmündung Bismarckstraße, wo es zu eng her gehe. In der mittleren Bahnhofstraße wird eine Lieferzone eingerichtet, zwischen Erich-Fuchslocher-Platz und Drehscheibe kommen Bordsteine weg und dazu andernorts Radbügel und Mülleimer. Kleine, kostengünstige Eingriffe, von denen sich eine Mehrheit erst einmal genug Verbesserungen verspricht. Die SPD bleibt skeptisch. Alexander Heilemann