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Gestern wurden am Unglücksort zwischen Enzberg und Mühlacker weitere Blumen und Kerzen abgestellt. Foto: Scharf
22.07.2014

Öffentliche Trauer nach tödlichem Unfall in Enzberg heiß diskutiert

Mühlacker-Enzberg. Vier Tage nach dem tödlichen Unfall zwischen Enzberg und Mühlacker lösen die tumultartigen Szenen, die sich unmittelbar nach dem Unglück in der Nacht auf Samstag abgespielt haben, weiterhin Erstaunen, Befremden und angesichts der Bergungsumstände des Leichnams auch Mitgefühl aus.

Bildergalerie: Beifahrer wird bei Verkehrsunfall in Mühlacker tödlich verletzt

In der Nacht auf Samstag war ein 19-Jähriger mit türkischen Wurzeln als Beifahrer bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Unmittelbar nach dem Unglück sind Angehörige und Freunde des jungen Mannes zum Unfallort geeilt (PZ berichtete). Einige sollen in ihrer Wut und Verzweiflung die Arbeit der Einsatzkräfte behindert haben. Es wurde viel geschrien, die Trauer exzessiv zum Ausdruck gebracht.

Die Frage, ob die Reaktionen mit kulturellen Unterschieden in der Trauerbewältigung zu tun haben, verneint Hasan Özer vom türkischen Kulturverein in Mühlacker. „Türken trauern zwar öffentlich und sind dabei auch emotional“, sagte er. Allerdings glaube er, dass sich die Emotionen der zahlreichen Anwesenden, die sich über die sozialen Medien benachrichtigt hätten, hochgeschaukelt haben. Der Verstorbene sei Mitglied im Jugendtreff Enzberg gewesen, von dem viele Mitglieder an der Unfallstelle gewesen seien. Hinzu kam die Trauer zahlreicher Angehöriger. Selbst wenn jemand beleidigend gewesen sei, müsse man das verstehen, so Özer. Er betreut die Familie des Verstorbenen und hilft ihr bei der Organisation der Trauerfeier.

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