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Ursprünglich: Betreiber Jürgen Krauth mit der historischen Verarbeitungsanlage in der Illinger Ölmühle.
Ursprünglich: Betreiber Jürgen Krauth mit der historischen Verarbeitungsanlage in der Illinger Ölmühle. © Jähne
26.04.2011

Ölmühlen-Betreiber setzt auf Anbau alter Kulturpflanzen

ILLINGEN. Öle aus rein pflanzlichen Substanzen haben eine echte Renaissance erlebt, sagt Jürgen Krauth, der in Illingen eine Ölmühle betreibt. Das Familienunternehmen will sich für den Anbau von alten Kulturpflanzen stark machen.

Als der Illinger Gesundheitswissenschaftler Jürgen Krauth 2002 die Ölmühle seines Urgroßvaters aus ihrem 40-jährigen Dornröschenschlaf erweckte, konnte er noch gar nicht ahnen, welche Lawine des allgemeinen Interesses er damit lostrat. Was zunächst nur als reine Nebenbeschäftigung geplant war, wurde für den ehemaligen Mitarbeiter der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart schnell zum Fulltime-Job, in den mittlerweile die ganze Familie involviert ist.

In den vergangenen Jahren hätten Öle aus rein pflanzlichen Substanzen eine echte Renaissance erlebt, wie der 51-Jährige findet: „Das Ernährungsverhalten vieler Konsumenten hat sich mittlerweile von Grund auf gewandelt“, sagt Krauth, „denn immer mehr achten verstärkt auf die Qualität der Zutaten ihrer Speisen.“ Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll es in jeder siebten Ortschaft eine Ölmühle gegeben haben, wobei die Menschen „aus der Notsituation heraus alle möglichen Naturprodukte verarbeiteten“, berichtet der Gesundheitsexperte, dessen Familienunternehmen bis ins Gründungsjahr 1904 zurückreicht.

Auch für die nahe Zukunft hat man sich einiges vorgenommen: neben dem Ausbau der Geschäftsräume – bislang ist alles in der umstrukturierten hauseigenen Garage untergebracht – will die Familie Krauth vor allem die regionale Landwirtschaft fördern. In Kooperation mit dem Plenum Heckengäu, das sich unter anderem für den Vertrieb von regionalen Produkten einsetzt, will das Illinger Unternehmen sich für den Anbau von alten Kulturpflanzen wie Lein oder opiatfreiem Mohn stark machen. Die Zusammenarbeit mit einem Landwirt aus dem Enzkreis als Zulieferer sei daher schon längst beschlossene Sache. aj