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Orchideen und Schmetterlinge bestaunen.
Orchideen und Schmetterlinge bestaunen © privat
26.08.2010

Orchideen und Schmetterlinge bestaunen

Roßwager Halde – ein exzellenter Trollinger-Lemberger – gehört zu den Lieblingsgetränken hierzulande. Doch woher kommt der gute Wein? Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept der Genossenschaftskellerei Rosswag-Mühlhausen begibt man sich auf einen Wein- und Naturlehrpfad der besonderen Art.  

„Ein Spaziergang im Enztal gehört zu den schönsten Naturerlebnissen in weitem Umkreis“, so die Geschäftsführerin des Kraichgau-Stromberg-Tourismus (KST), Katjana Wicker.Auf 31 Tafeln wird die Entstehung und Besonderheit der Kulturlandschaft Roßwag-Mühlhausen mit den Naturschutzgebieten „Enz- aue bei Roßwag und Burghalde“ und „Roter Rain und Umgebung“ erläutert. Tipp: die Enzschleifen-Tour (in der kostenlosen Wanderbroschüre des KST). Die 17 Kilometer lange Wanderrundtour startet in Roßwag und führt zuerst durch Wälder zu Aussichtspunkten und an Rast- und Grillhütten vorbei. Die verschiedenen Lebensräume des einmaligen Landschaftsbildes beherbergen zahlreiche teils hochbedrohte Pflanzenarten: Lillien, Orchideen, Astern und Wildkräuter. Informationstafeln geben Aufschluss über die Enzauen, die im Sommer in voller Blüte stehen. Der Lehrpfad führt schließlich nach Mühlhausen, wo sich eine Rast am großen Spielplatz mit Grillplatz lohnt. Über den wunderschönen Panoramaweg, vorbei am Rennaissance-Schloss Mühlhausen, geht es entlang der Weinbergmauern mit Blick auf die Enzschleife. Der Weinlehrpfad gibt Erklärungen zur Besonderheit des Weinbaus in diesen Lagen. Die hohen Muschelkalkfelsen bieten vor allem störungsempfindlichen Arten wie Turmfalke, Wanderfalke und Uhu Unterschlupf. Die Enz hat sich hier in der Eiszeit so tief in den festen Kalk eingegraben, dass beispielsweise bei Roßwag der weit und breit höchste Punkt entstand: die 326 Meter hohe Lug.

Um die steilen Weinlagen zu schützen und besser bewirtschaften zu können wurden Trockenmauern angelegt: bis zu 1400 Arbeitsstunden pro Hektar und eine Tonne Mauersteine pro Quadratmeter einer neuen Trockenmauer werden benötigt. Die Mauern speichern Wärme, die sie an die Reben abgeben. Sie bieten auch Nischen für eine Vielzahl an wärmeliebenden Pflanzen und Tieren: Eidechsen, Blindschleichen und Spinnen suchen hier Unterschlupf.

Der Lehrpfad führt schließlich auf den Wanderparkplatz bei Roßwag und von hier über Weinbergtreppen zurück in den Ortskern. Hier lohnt sich für alle „Sonntagswanderer“ ein Besuch des Backhäusles (in Roßwag am Enztalradweg), wo es den Wein des „Wandergebietes“ zum Verkauf gibt. Die Wanderbroschüre „Wandern im Land der 1000 Hügel“ mit zahlreichen weiteren Wandervorschlägen gibt es in allen Stadtinformationen oder beim Verein direkt.