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Spielpädagoge Marcus Stiefel-Dürr (Mitte hinten) leitet die Kinder, die beim Projekt mitmachen an, um die Handpuppen voll zur Geltung zu bringen. Beim Projekt „Selber Kasper“ wird das verwirklicht. Foto: Ketterl
Spielpädagoge Marcus Stiefel-Dürr (Mitte hinten) leitet die Kinder, die beim Projekt mitmachen an, um die Handpuppen voll zur Geltung zu bringen. Beim Projekt „Selber Kasper“ wird das verwirklicht. Foto: Ketterl
Oliver (links) und Aaron zeigen Enzi (links) und Zombiechen. Foto: Ketterl
Oliver (links) und Aaron zeigen Enzi (links) und Zombiechen. Foto: Ketterl
Fabian mag die Puppen Donut und Phil, die von einem Teilnehmer der GSI Kreativwerkstatt gefertigt wurden. Foto: Ketterl
Fabian mag die Puppen Donut und Phil, die von einem Teilnehmer der GSI Kreativwerkstatt gefertigt wurden. Foto: Ketterl
Agnesa aus der 4. Klasse schlüpft gerne in die Rolle des Krokodils. Foto: Ketterl
Agnesa aus der 4. Klasse schlüpft gerne in die Rolle des Krokodils. Foto: Ketterl
16.05.2018

PZ-Aktion „Menschen in Not“ unterstützt Mühlacker Projekt

Mühlacker. Die PZ-Aktion „Menschen in Not“ unterstützt ein Projekt in Mühlacker mit 11.000 Euro. Die Aufführung von „Karinja“ führt zwei Aktionen zusammen.

Es ist Dienstag Mittag und in die Heidenwäldle-Grundschule in Mühlacker ist eigentlich schon lange Ruhe eingekehrt. Nicht so an diesem Mittag: Heute treffen sich die Mädchen und Jungen, die beim Projekt „Kinder gestalten Spiel (T)räume“ mitmachen und die Teilnehmer der „Kreativwerkstatt“. Für beides ist die GSI (Gemeinnützige Service- und Integrationsgesellschaft Enzkreis) in Mühlacker federführend verantwortlich. Erst Genanntes wurde von der PZ-Aktion „Menschen in Not“ unterstützt. In dem Projekt lernen jeweils zehn Kinder an je 20 Nachmittagen spielend, aufmerksam und selbstbewusst durch die Welt zu gehen. „Außerdem wird die Sprache durch Puppenspiel gefördert“, weiß Spielpädagoge Marcus Stiefel-Dürr.

Heute ist Weltpremiere von „Karinja“, ein Theaterstück, das Menschen in Not zum Thema macht. Das Stück ist nicht neu. Weltpremiere deshalb, weil eigentlich die Teilnehmer der Kreativwerkstatt die Puppen führen. Heute sind zum ersten Mal die Kinder dran, die improvisieren. Und so wird „Menschen in Not“ thematisiert: Eine Kaninchenfamilie verliert durch Hochwasser ihr Zuhause. Glücklicherweise werden Mutter, Vater und die zwei Kinder in einem Boot (Topf) gerettet. In einem scheinbar unbewohnten Baumstamm finden sie Zuflucht. Doch als die Eule, deren Behausung das ist, von der nächtlichen Jagd zurück kommt, wird klar, dass die Langohren nicht bleiben können. Also zieht die Familie weiter. Auf einer Mülldeponie wiegen sie sich in Sicherheit. Doch auch hier können sie nicht heimisch werden: Die Ratten schicken die Kaninchen weg.

In der Zwischenzeit hat das Eulenkind erfahren, dass die Nager riesigen Hunger haben, und erzählt es den Eltern. Die fassen sich ein Herz und starten eine Rückholaktion der Langohren. Im Baumstamm, in dem die Eulen im oberen Bereich leben, bauen die Tiere ein Quartier für die Kaninchen. Das Erdgeschoss des Baums bietet dafür Platz. Und die Nager ziehen ein. Manfred, Teilnehmer der Kreativwerkstatt und seit mehreren Jahren ohne feste Anstellung, springt improvisierend ein: „Die Hasen bedanken sich“, ruft er den Kindern zu. Diese bewegen die Puppen und lassen das Stück enden. Alles ist gut. Tosender Applaus brandet auf – die Sondervorstellung in der Heidenwäldle Grundschule ist zu Ende. Den Mädchen und Jungen fällt ein Stein vom Herzen.

Und die Teilnehmer der Kreativwerkstatt sind mehr als gerührt: Ihr schauspielerisches Können war den Kindern im Gedächtnis geblieben. Dann klappt das doch vielleicht auch mit der Jobsuche?