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Roy Kieferle zeigt seinen Kräutergarten.
Genießen den Hauptgang mit Kartoffeln, Rotbarsch-Filet und Tomaten- Gurken-Gemüse. Fotos: Dominik Türschmann, Miriam Schrader, Johannes Röckinger, Marc Dietz, Roy Kieferle und Miriam Fuchs (von links). Dietz(3)/Lutz(6)/Türschmann(1)
Krönender Abschluss: Apfeltarte.
Eine kleine Einführung in die Kräuterkunde bekommt Miriam Fuchs von Spitzenkoch Roy Kieferle.
Miriam Fuchs hilft beim Zubereiten.
Frisch gebackene Dinkelbrötchen.
Zeigt, wie es geht: Roy Kieferle mit Miriam Fuchs, Maximilian Lutz, Johannes Röckinger und Miriam Schrader (von links).
Servieren die Nachspeise: Miriam Fuchs und Roy Kieferle.
Der Rotbarsch brutzelt in der Pfanne.
Ein bunter Vorspeisenteller.
07.08.2015

PZ-Redakteurin Miriam Fuchs kocht mit Roy Kieferle

Eines steht nach diesem Abend fest: Meine Kollegen und ich sind Royalisten! Nicht so, wie Sie nun vielleicht denken. Wir wünschen uns nicht die Monarchie zurück. Aber: Wir speisten zusammen im Restaurant „Wagnerstüble“, was uns so ausgesprochen gut gefallen hat, dass wir zu Anhängern unseres Gastgebers Roy Kieferle - und somit ganz klar zu „Roy-alisten“ geworden sind.

Bildergalerie: Miriam Fuchs kocht zusammen mit Roy Kieferle

Gemeinsam mit dem Spitzenkoch, durfte ich ein Drei-Gänge-Menü zaubern und einige meiner Kollegen verköstigen. Und das alles, um die Koryphäe vor seinem Koch-Abend am 14. August auf der Gartenschau kennenzulernen.

Das Dobler Restaurant hat an diesem Abend geschlossen und ich bin mitten in Kieferles Allerheiligstem: seiner Küche. Die übrigens blitzt und blinkt. Mir wird schnell klar, dass hier ein leidenschaftlicher Koch am Werk ist. Kräuter wachsen auf der Terrasse, Tomaten im Hinterhof, und allgemein ist die Stimmung im Lokal familiär und gemütlich. Kühles Sterneküchen-Ambiente sucht man hier vergeblich. Kieferle legt Wert auf erstklassige Bio-Produkte und kocht so, wie es zu Großmutters Zeiten üblich war: bodenständig und überaus fein.

Die Dinkelbrötchen, die er uns als Entree zum Riesling-Sekt reicht, erfüllen die Küche mit ihrem Duft und beim Probieren wird augenscheinlich, was ich bereits vermutet hatte: Mit Brötchen vom Discount-Bäcker haben diese kleinen Kunstwerke nichts zu tun. „Kochen ist eine sinnliche Sache“, erklärt Roy Kieferle und ich denke schuldbewusst an die zahlreichen Momente, in denen ich schon Instant-Saucen-Pulver mit Wasser auf dem Herd erhitzt habe. Eher praktisch, als sinnlich.

Garantiert ohne Zusatzstoffe

Den Trend zur Fertig-Pizza-Generation findet der gebürtige Stuttgarter übrigens katastrophal: „Niemand macht sich doch noch wirklich Gedanken darüber, was da eigentlich drin ist. Ohne Chemie geht bei solch einem Essen nichts mehr.“

Unser Essen ist an diesem Abend dafür garantiert frei von allen Zusatzstoffen. Für den Rotbarsch, den es zum Hauptgang geben wird, pflücke ich zusammen mit Roy Kieferle Kräuter aus seinem Garten. Ich lerne was fürs Leben: beispielsweise, dass es unterschiedliche Sorten Basilikum gibt, Sellerie wie Petersilie aussehen kann und ich zu Majoran lieber Dost sage, damit mich jeder für einen wahren Kräuterexperten hält. Und nicht nur zum Grünzeug-Kenner macht mich der Spitzenkoch, der bereits für die Fußball-Clubs VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen gekocht hat. Ich lerne auch, dass Kartoffel nicht gleich Kartoffel ist. So schmeckt die gelbe Knolle einfach um Klassen besser, wenn sie auf Muschelkalk-haltigem Boden, wie es ihn in Iptingen gibt, gewachsen ist. Glauben Sie mir.

Zur Nachspeise zaubert der 69-Jährige schließlich noch eine Apfeltarte. Mit frischen, unbehandelten Äpfeln von der Streuobstwiese. Mein Kollege, ein Kind der EU-Normen für Obst und Gemüse, ist zuerst skeptisch, ob man Früchte mit der ein oder anderen dunklen Stelle überhaupt essen kann. Ich als ehemalige Pfadfinderin sehe das natürlich viel gelassener. Dafür wird es mir künftig um so schwerer fallen, bei der gewöhnlichen Eisdiele um die Ecke einzukaufen, jetzt, da ich Roy Kieferles leckeres, selbstgemachtes Haselnuss-Eis probiert habe.

Wer Roy Kieferle, so wie ich, einmal live erleben möchte, der kann das nächsten Freitag, 14. August, ab 18 Uhr beim „PZ-Forum auf Tour“ auf der PZ-Bühne in den Mühlacker Enzgärten. Dann zaubert der Spitzenkoch zusammen mit Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück und SWR-Moderatorin Sabine Faber-Schrecklein jeweils ein Sommergericht auf einer vom Möbelzentrum Pforzheim zur Verfügung gestellten Show-Küche. Mit etwas Glück dürfen Publikumsteilnehmer sogar den ein oder anderen Happen probieren und so glücklich nach Hause gehen, wie meine Kollegen und ich nach dem Besuch beim „Wagnerstüble“.