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PZ-Sommeraktion: Auf historischer Wnadeung durch Knittlingen © Fuchs
26.08.2010

PZ-Sommeraktion: In einer Stadt vor unserer Zeit

KNITTLINGEN. Dass Knittlingen mehr zu bieten hat als Faust, haben die Teilnehmer der PZ-Sommeraktion erfahren. Marie-Luise Jaggy nahm die PZ-Leser mit auf eine historische Tour, bei der ihr so manch lustige Anekdote einfiel. „Marie-Luise Jaggy ist ein Original“, schwärmte Elvira Zeisberger von ihrer rüstigen Stadtführerin. Zeisberger war eine von rund 30 PZ-Lesern, die am gestrigen Donnerstag an der historischen Wanderung durch Knittlingen teilgenommen haben.  

Bildergalerie: PZ-Sommeraktion: Historische Stadtwanderung in Knittlingen

An der Spitze der Gruppe stand Marie-Luise Jaggy – adrett gekleidet in Sommerbluse und Strohhut. „Den Strohhut brauche ich, damit Sie alle wissen, dass ich heute Ihr Häuptling bin“, sagte die 67-Jährige und sorgte so von Beginn an für eine heitere Atmosphäre. Nach einem kleinen Aperitif vor der Gaststätte „Kanne-Post“, tauchte die Gruppe ein, in das historische Knittlingen. Da das Knittlinger Urgestein zu sämtlichen Ortsansässigen gute Beziehungen pflegt, ging es für die PZ-Leser auch durch private und somit nicht öffentlich zugängliche Orte. So zeigte Marie-Luise Jaggy Jahrhunderte alte Hinterhöfe, die zum Teil renoviert, zum Teil völlig zerfallen, den Kern der fast 8 000-Seelen Gemeinde bilden.

In der Stadtmitte gibt es viele Fachwerkhäuser, welche jedoch erst in den vergangenen beiden Jahrhunderten wieder freigelegt wurden. Marie-Luise Jaggy erklärte, dass es zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert eine Verordnung gegeben habe, Fachwerkhäuser aufgrund von Brandgefahr zu verputzen. Fasziniert zeigten sich die Geschichts-Interessierten auch von der engen Verbindung der Stadt Knittlingen zur Nachbarstadt Maulbronn.
Unesco-Denkmal in Knittlingen

„Nicht das Kloster in Maulbronn allein wurde zum Unesco-Weltkulturdenkmal gewählt. Mit dazu gehört auch unser Pfleghof und die große Kelter“, sagte Marie-Luise Jaggy. Außerdem habe Knittlingen 40 Jahre lang das Patronat über Maulbronn gehabt.

Viele Teilnehmer zeigten sich begeistert vom Wissen der Gastronomin. „Haben Sie das studiert?“ wurde sie gefragt, woraufhin die 67-Jährige verneinte. Sie sei im Haus der Eltern geblieben, wie sich das damals gehört habe, scherzte die Dame mit dem Strohhut.