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Eine 15-köpfige Einbrecherbande hat die Polizei ermittelt.
Eine 15-köpfige Einbrecherbande hat die Polizei ermittelt.
25.06.2010

Polizei ermittelt Einbrecher-Gruppe aus Mühlacker

PFORZHEIM/MÜHLACKER: Eine dreistellige Zahl von aufgeklärten Straftaten sind das Resümee der nun abgeschlossenen Ermitt­lungen durch das Polizeirevier Mühlacker gegen eine Gruppe von Jugendlichen und Heranwachsenden aus Mühlacker und Umgebung. Zwischen Bretten und Weissach gehen nach Angaben der Polizei 32 Einbrüche, über 100 Diebstähle und eine Vielzahl von Betrügereien auf das Konto der Beteiligten, die in wechselnder Zusammensetzung von Januar bis Dezember 2009 agierten.

Zielgerichtet und arbeitsteilig brachen die jungen Männer im Alter zwischen 17 und 22 Jahren in Vereinsheime, Gartenhäuser oder Firmengebäude ein, selbst notwendiges Einbruchswerkzeug und Fortbewegungsmittel beschaffte man sich zuvor durch Diebstähle.

Gesucht habe man „Brauchbares“ gab einer der Täter später an. Tatsächlich gestohlen wurden dann Lebensmittel, Bargeld und in einem Fall auch eine Computeranlage, die schließlich, so die durch Geständnisse bestätigten Ermittlungen, zum Teil über das Internet in bare Münze verwandelt wurden. Ein anderer der jungen Einbrecher schilderte das Ergebnis seiner Taten mit: „So viel Süßigkeiten wie in dem Sommer hab ich noch nie gegessen“, denn anfänglich hatten sich die Übeltäter in der Hauptsache wirklich mit Naschwerk als Beute begnügt. Eine Steigerung in Qualität und Quantität der Taten macht jedoch deutlich, dass das Unrechtsempfinden der Protagonisten nach und nach abnahm.

Der insgesamt verursachte Schaden, wobei der angerichtete Schaden den Wert des Diebesgutes häufig überstieg, lässt sich noch nicht konkret beziffern. Neben der strafrechtlichen Verfolgung drohen den Verantwortlichen auch zivilrechtliche Schadens­ersatzforderungen durch die Eigentümer.

Selbst nachdem die Polizei den Langfingern schon auf die Schliche gekommen war, wurden noch weitere Diebstähle begangen. Zur anschließenden Frage nach dem „Warum“ gab später einer der Haupttäter an: „Wir dachten wir sind die Größten und die Polizei kriegt uns nicht.“ Was mit dem Diebstahl von Süßigkeiten begann und durch den Begriff "Gummibärenbande" harmlos klingen mag, hat dennoch seine ernste Kehrseite, die jetzt in Form von Straf­anzeigen auf die Jugendlichen und Heranwachsenden zukommt.

Wirklich positiv machte sich für die fünfzehn Beteiligten nur die Tatsache bemerkbar, dass sie schlussendlich die Taten eingeräumt haben und dadurch die ohnehin aufwändigen Ermittlungen abgekürzt werden konnten. Aber auch späte Einsicht schützt nicht vor Strafe. Einer der Täter stellte für sich - zu Recht - fest: „Was hat's mir gebracht außer viel Ärger?“ Noch während den Untersuchungen wurde bereits ein Beschuldigter von der Polizei wegen anderer Delikte festgenommen und in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Sobald die Ermittlungsergebnisse durch die Staatsanwaltschaft Pforzheim ausgewertet wurden, müssen einige der Beteiligten mit einer Anklage rechnen, die zur Verhängung einer Jugendstrafe führen kann.