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Der Prozess findet vor dem Landgericht in Maulbronn statt. Foto: dpa
Der Prozess findet vor dem Landgericht in Maulbronn statt. Foto: dpa
25.10.2017

Prozess um Kindstötung in Vaihingen: Mutter spricht über Leichenfund

Vaihingen-Aurich/Heilbronn. Zwei Kinder besuchen an einem Februar-Wochenende ihren Vater - als die Mutter sie abholen will, sind sie tot. Nun steht der Vater als Angeklagter vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Heute hat die Mutter ausgesagt.

Unter Tränen hat die Mutter am ersten Prozesstag geschildert, wie sie im Februar die zwei kleinen Söhne im Haus ihres Ex-Partners gefunden hat. Es sei alles voller Blut gewesen, sagte die 35-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Heilbronn.

Einer der beiden Buben habe wie ein Soldat regungslos auf einem Sofa gelegen. Der Vater sei daneben dagestanden und habe wortlos auf die Kinder gezeigt. Zuerst habe sie gedacht, es müsse eine Falle des Mannes sein, der die Trennung nicht verkraftet habe, erklärte sie weiter. Sie sei auf die Straße gerannt, um Hilfe zu holen. Später erst habe eine Ärztin ihr gesagt, dass die Kinder tot seien. Weil er seine beiden Söhne getötet haben soll, steht der 40 Jahre alte Vater der Kinder nun wegen Totschlags vor Gericht.

Nach der Gerichtsmedizin sind die vier- und fünfjährigen Jungen mit einem Backstein auf den Kopf geschlagen worden. Außerdem wiesen sie Stichverletzungen am Herzen auf. Sie müssen sofort tot gewesen sein. Der Tat verdächtig ist der Vater der beiden Kinder, der sich nach einer Erklärung seines Verteidigers bis heute nicht an den Tathergang erinnern kann. Dieser wisse nur noch, dass ihn ein helles Licht geblendet habe.

Die Anklage geht bei dem 40-Jährigen von schweren Depressionen aus. Außerdem soll er unter einer Überdosis Antidepressiva gestanden haben. Der Angeklagte selbst sagte aus, er habe lediglich Schlaftabletten genommen. Dass er depressiv sei, habe er aus den Akten erfahren (Az.: 1 Ks 16 Js 5183/17). Sein Verteidiger sprach davon, dass sich sein Mandant wiederholt als einen Zombie bezeichnet habe.

Die Staatsanwältin deutete in ihrer Anklageschrift an, dass am Ende des Verfahrens die Einweisung in eine psychiatrische Klinik stehen könnte. Bis Mitte Dezember sind noch neun weitere Termine angesetzt. Darin wird insbesondere das psychiatrische Gutachten eine entscheidende Rolle spielen. Mit einem Urteil wird am 12. Dezember gerechnet.

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