nach oben
Rätselhafte Todesfälle: Insgesamt neun tote Wildschweine haben Veterinäre des Enzkreises aus dem Aalkistensee geborgen. Die Todesursache ist bislang unklar.
Rätselhafte Todesfälle: Insgesamt neun tote Wildschweine haben Veterinäre des Enzkreises aus dem Aalkistensee geborgen. Die Todesursache ist bislang unklar. © enz
17.04.2015

Rätselhafter Wildschwein-Tod im Aalkistensee: Neun Kadaver geborgen

Einen außergewöhnlichen Fang machte ein Angler vor kurzem im Aalkistensee: Statt eines Karpfens hatte er ein totes Wildschwein am Haken. Der sofort verständigte Jagdpächter unterrichtete das Veterinäramt des Enzkreises über diesen rätselhaften Fund – „denn Wildschweine können normalerweise schwimmen“, wie Dr. Ulrich Dura, Leiter der Behörde, sagt.

Nachdem bei einer Nachschau in der Uferböschung zwei weitere Wildschwein-Kadaver gefunden wurden, holten die Veterinäre die Freiwilligen Feuerwehren aus Maulbronn und Mühlacker zur Hilfe. Gemeinsam wurde der gesamte See noch einmal gründlich mit dem Boot abgesucht. Das Ergebnis war auch für die Veterinäre alarmierend: Insgesamt fanden sie neun tierische „Wasserleichen“.

Die – zum Teil bereits skelettierten – Wildschwein-Kadaver transportierte die Behörde daraufhin sofort zu den Veterinär-Untersuchungsämtern in Karlsruhe und Fellbach, wo sie von den staatlichen Pathologen in Augenschein genommen wurden. Zumindest in einer Hinsicht konnte von dort relativ schnell Entwarnung gegeben werden: Keines der Tiere war an der Schweinepest erkrankt.

„Die weitere Aufklärung der Todesursache gestaltet sich aufgrund des schlechten Zustands der Kadaver allerdings recht schwierig“, sagt Dura. Er und Umweltdezernent Karl-Heinz Zeller gehen jedoch nicht von Gewalteinwirkung aus, sondern von einem tragischen Unglücksfall: „Nachdem die toten Tiere offensichtlich schon längere Zeit im Wasser lagen, ist nicht ausgeschlossen, dass sich im Winter ein ganzes Wildschweinrudel auf den zugefrorenen See verirrt hat und dort im Eis eingebrochen ist.“

Was tatsächlich zu dieser tierischen Tragödie geführt hat, wird sich nach Ansicht des Veterinäramts allerdings wohl nicht mehr mit letzter Gewissheit aufklären lassen.