nach oben
Wegen Einsturzgefahr hat die Feuerwehr Mühlacker gemeinsam mit dem THW das Dach des Denn's Biomarkt in der Goethestraße vom Schnee befreit. © Lutz
27.12.2010

Räumdiensten im Enzkreis geht das Streugut aus

MÜHLACKER. Die vielen Schneemassen der vergangenen Tage haben neben weißen Weihnachten auch für erhebliche Behinderungen auf den Straßen geführt. Schuld ist unter anderem der Mangel an Streusalz.

„Momentan haben wir noch ungefähr 400 Tonnen Salz“, sagt Harald Vogt, der stellvertretende Leiter des Mühlacker Bauhofs. „Wenn es bei den momentanen Wetterbedingungen bleibt, reicht das noch für zwei oder drei Wochen. Sollte es aber Eisregen geben, haben wir ein Problem.“ Dann nämlich reiche es nicht mehr aus, nur die Hauptstraßen und Steigungen zu streuen, wie man es momentan handhabe, um Streugut zu sparen. „Wenn es wirklich richtig glatt wird, müssen wir im Prinzip jede Straße streuen und nicht nur räumen, und dann haben wir in ein paar Tagen gar kein Salz mehr“, so Vogt.

Dieses Problem kennt Heinrich Elwert nur zu gut. Der Leiter der Straßenmeisterei Pforzheim beklagt, dass die Salzhallen gänzlich leer seien und in naher Zukunft auch nicht mit Nachschub zu rechnen sei, da bundesweit Salzmangel herrsche (siehe „Zum Thema“). „Wenn es nach uns ginge, wären die Straßen längst geräumt“, sagte Elwert im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. „Aber wenn wir kein Salz haben, können wir nicht das geringste unternehmen. Die Menschen werden sich also darauf einstellen müssen, dass es noch einige Zeit so bleibt.“

In Mühlacker kämpft man derweil mit weiteren Folgen des Schneefalls: Einige Flachdächer der Senderstadt drohten unter dem Gewicht der Schneemassen zusammenzubrechen, weshalb die Feuerwehr am Montag gemeinsam mit dem technischen Hilfswerk einige betroffene Gebäude von der weißen Last befreite. „Noch sind das reine Vorsichtsmaßnahmen“, erklärte Feuerwehrkommandant Ralph Keipp. Wenn es in den nächsten Tagen jedoch weiter schneit oder regnet, könnte es Probleme geben.“