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Als Schirmherr des 2. Süddeutschen Papierpatronenschießens des Schützenvereins Maulbronn-Diefenbach feuert auch Alexander Jordan vom Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt mit historischen Gewehren. Foto: Prokoph
Als Schirmherr des 2. Süddeutschen Papierpatronenschießens des Schützenvereins Maulbronn-Diefenbach feuert auch Alexander Jordan vom Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt mit historischen Gewehren. Foto: Prokoph
25.06.2017

Rarität unter Schützenaktivitäten: Von 50 Kennern bundesweit rund 20 zu Meisterschaft nach Maulbronn gelockt

Nur rund 50 Schützen in ganz Deutschland geben sich der Passion hin, mit Papierpatronen in historischen Gewehren zu schießen. Zwei davon sind Claus Lindner und Uwe Weindl vom Schützenverein Maulbronn-Diefenbach.

Am Wochenende haben sie nun das zweite Süddeutsche Papierpatronenschießen im Maulbronner Schützenhaus abgehalten. Und mit rund 20 Teilnehmern aus der ganzen Bundesrepublik konnten die Verantwortlichen stolz sein.

Jeweils einen Pokal holten in den Disziplinen 100 Meter Papierpatronen Walter Ficker und bei 50 Metern Markus Buster, beide aus Dingolfing. Und bei 100 Metern mit Zündnadeln gewannen Erich May aus Bad Emstal und bei 50 Metern Mathias Bückner aus Sömmerda. Als Schirmherr fungierte Alexander Jordan, der Direktor und Geschäftsführer des Wehrgeschichtlichen Museums in Rastatt.

Der Hintergrund zu der Meisterschaft? „Für mich ist es faszinierend, mit einem 150 Jahre alten Gewehr zu schießen“, sagte Claus Lindner. Denn er hat eine Waffe aus dem Jahr 1863 geerbt und sich gefragt, wie sie funktioniert. Deshalb hatte er die Idee, im vergangenen Jahr das erste Süddeutsche Papierpatronenschießen in Maulbronn ins Leben zu rufen. Denn die Munition aus Papierkugeln und Zündnadeln müssen die Schützen selbst herstellen.

Nur von 1860 bis 1870 gab es einst Gewehre mit Papierpatronen, davor waren es Vorderlader und danach kamen die Metallhülsen, klärte Lindner auf. Bei den Papierpatronen wird Papier zusammengeklebt und mit Schießpulver gefüllt, bei Zündnadeln sind es Nadeln statt Papier. „Wir haben alle die Erlaubnis dafür nach dem Sprengstoffgesetz“, erläuterte Lindner. Die meisten der Schützen machten vier bis fünf Serien mit jeweils sechs Schuss. Um 30 Papierpatronen herzustellen, benötige man drei Stunden, so Lindner. Die meisten der 50 Liebhaber dieser Schießtechnik hätten ihre Waffen geerbt, weiß er.