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01.07.2011

Raubüberfall auf Mühlacker Kiosk nur vorgetäuscht

MÜHLACKER. Der Überfall auf den Bahnhofskiosk in Mühlacker ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft aufgeklärt. Wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Pforzheim und der Kriminalpolizei in Mühlacker ergaben, wurde der „Überfall“ inszeniert.

Ein Mitarbeiter des Kiosks teilte am besagten Tag über Notruf der Polizei mit, er sei von einer unbekannten männlichen Person überfallen worden. Er erklärte, kurz vor Feierabend gegen 18 Uhr, sei ein ganz in schwarz gekleideter und mit Sturmhaube maskierter Mann unter Vorhalt einer Pistole in den Kiosk gekommen und habe ihn überfallen. Nachdem er vom Täter in einem Nebenraum an einen Bürostuhl gefesselt wurde, sei dieser mit dem Inhalt der Ladenkasse geflohen, in der sich mehrere tausend Euro befanden.

Teile des Raubguts, mehrere leere Geldmappen, wurden Anfang Mai durch einen Spaziergänger auf einer Wiese im Gewerbegebiet in Remseck, im Kreis Ludwigsburg, zufällig entdeckt. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen der Kriminalaußenstelle Mühlacker ergaben sich erhebliche Zweifel an den Aussagen des Mitarbeiters des Kiosks.

In kriminalistischer Kleinarbeit ermittelten die Kriminalbeamten nach und nach objektive Fakten, die im Widerspruch zur Aussage des „Überfallenen“ standen und auf die Spur des zweiten Tatbeteiligten, nämlich dessen Bruder, führten.

Mit dem Ermittlungsergebnis konfrontiert, räumten die beiden Brüder letztlich ein, den Überfall vorgetäuscht bzw. gemeinsam inszeniert zu haben, wobei sie die Diebesbeute brüderlich teilten. Die Staatsanwaltschaft Pforzheim führt nun gegen die beiden 22 und 27 Jahre alten Beschuldigten aus dem Landkreis Ludwigsburg ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat und Unterschlagung.

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