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Rolf Langohr aus Maulbronn geht ein Jahr lang nach Südamerika. © privat
13.06.2014

Rolf Langohr aus Maulbronn geht ein Jahr lang nach Südamerika

Schon wieder klappert es im Bad - zum wiederholten Mal ist Zahnpasta, Duschgel oder sonst etwas auf den Boden gefallen. Eigentlich könnte ich mir die Mühe sparen, die Dinge immer wieder aufzuheben, denn in Kürze landen sie doch wieder auf dem Boden. Nicht nur der Zahnpastatube macht der Seegang zu schaffen - auch mein Magen fühlt sich verdächtig flau an.

Bildergalerie: Rolf Langohr geht ein Jahr lang nach Südamerika

Wenige Tage zuvor habe ich den Augenblick herbeigesehnt, in dem ich aufs Schiff komme. Doch die letzten Tage vor der Abreise sind überaus hektisch gewesen und zu allem Überfluss hat sich dann auch noch die Abfahrt des Schiffes nach vorne verschoben. Zur Erklärung: Wer mit seinem eigenen Fahrzeug nach Südamerika übersetzen möchte, kann über die italienische Reederei Grimaldi die Möglichkeit in einer sogenannten RoRo-Fähre nutzen, gemeinsam mit dem Auto die Reise über den Atlantik anzutreten. Neben der etwa 25-köpfigen Besatzung ist Platz für rund zwölf Mitreisende.

Route kann sich ändern

Allerdings bestimmt die Fracht (neben Fahrzeugen und Maschinen sind auch viele Container an Bord) den Abfahrtstermin vor und die Route. So kann es sein, dass sich Abfahrtszeiten kurzfristig verschieben und der Weg nicht direkt nach Südamerika geht, sondern über einen oder mehrere Häfen in Afrika. Ich hatte also nach viel Stress und der Nachtfahrt nach Belgien gerade noch rechtzeitig mein Schiff in Antwerpen erreicht und mich ganz glücklich in meiner Kabine eingerichtet. Doch die geräumige Außenkabine musste ich wieder räumen und in eine muffige Kabine ohne Fenster wechseln. Mein Wohlgefühl wich auch schnell einer gewissen Beklemmung, als wir den schützenden Ärmelkanal verließen und auf offener See die schwere Dünung dem Schiff gehörig zu schaffen machte.