nach oben
Rolf Schulzek (von links) zeigt Stefan Jung aus Enzberg die neue „Duo-Discus XT“, das neue Segelflugzeug des FSC Mühlacker mit einklappbarem Triebwerk. Foto: Tilo Keller
Einen Flug mit der „Broussard“ haben sich Jakob und Sina Burger aus Ötisheim mit ihren Kindern Aaron und Maxim gegönnt. Rechts: Pilot Bernd Axenbeck. Foto: Hepfer
Jede Menge Segel- und Motorflugzeuge sind beim zweitägigen Flugplatzfest am „Hangensteiner Hof“ von den Technikfans bestaunt worden. Foto: Tilo Keller
16.09.2018

Rundflüge, Fallschirmsprünge und Modelle: So war das Flugplatzfest in Mühlacker

Mühlacker. Es kam schon einer kleinen Völkerwanderung mit Kind und Kegel gleich, als sich am Samstag und Sonntag insgesamt rund 10.000 Besucher über die ausgeschilderten Feldwege bei Dürrmenz zum 23. Flugplatzfest des FSC Mühlacker aufmachten.

Stundenlang und schier endlos wälzten sich die Auto-Schlangen in Richtung der Parkplätze, um dann so schnell wie möglich einen ersten Blick auf die zahlreichen Flugobjekte beim „Hangensteiner Hof“ zu erhaschen. Denn die Auswahl war auch in diesem Jahr wieder enorm: Egal ob Rundflüge mit historischen Oldtimern, Tandem-Fallschirmsprünge oder detailgetreu nachgebaute Flugzeugmodelle – für jeden Geschmack war etwas dabei.

Bildergalerie: Flugplatzfest in Mühlacker lockt Massen an

Jakob und Sina Burger und ihren Kindern Aaron und Maxim aus Ötisheim hatte es beispielsweise das französische Buschflugzeug „Broussard“ aus den 1950er-Jahren angetan. „Jetzt heißt es einfach mal schauen, wie wir den Krach des 500 PS starken Sternmotors verkraften“, meinte Jakob Burger vor dem Abheben mit einem Augenzwinkern. Dass der Rundflug mit dem historischen Oldtimer ein besonderes Erlebnis ist, unterstrich auch Pilot Bernd Axenbeck aus Walldürrn. „Das ist pure Kraft, Vibration und alles andere als glattgebügelt – ein Männerflugzeug eben“, schwärmte der Mann am Steuer.

Extra für die „Broussard“ war im Übrigen auch Bernd-Olaf Hagedorn aus Mainz nach Mühlacker gereist. „Ich habe diesen Flug von meiner Familie zum Geburtstag geschenkt bekommen“, verriet der Senior und sprach von der technischen Faszination der Triebwerke, die in den 1930er-Jahren entwickelt worden sind. „Die haben halt einen einzigartigen Sound, wie der V8-Motor beim Auto. Den hört man überall heraus.“ Dem pflichtete auch Thomas Würtele aus Mühlacker bei. „Ich habe beim Flug zwar kurz ein mulmiges Gefühl im Magen gespürt, aber es hat Riesenspaß gemacht“, versicherte der 34-jährige Familienvater.

In durchgängig glückliche, und besonders nach der Landung leichterte Gesichter blickte man bei den Tandem-Fallschirmspringern auf dem Mühlacker Flugfeld. Vladimir Eberle aus Mühlacker hatten den Sprung aus 3500 Metern Höhe gewagt. „Ich habe zuerst gedacht, das wird echt heftig, bin jetzt aber total begeistert“, freute sich der 38-Jährige mit seinem Tandem-Master Karl Volz.

Thomas Pöggel vom FSC Mühlacker hatte dagegen eher ein Auge auf die schnittigen Modellflugzeuge geworfen. „Wenn wir es einmal im Jahr hier auf dem Flugfeld krachen lassen, dürfen die natürlich nicht fehlen“, betonte das Vereinsmitglied. „Das rundet unser gesamtes Flugprogramm ab und die riechen sogar wie die Großen nach Kerosin.“ Genau begutachtet wurde auch der neue Hochleistungs-Doppelsitzer des FSC Mühlacker „Duo-Discus XT“ mit einklappbarem Triebwerk. Genauso wie der Segler von Vereinsmitglied und Teamweltmeister Eberhard Holl, der beim Kunstflug über das Gelände diverse spektakuläre Manöver zeigte.