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Finanzministerin Edith Sitzmann (Bildmitte) übergab den Seminarschlüssel an Ephorus Gerhard Keitel und Schülersprecherin Annika Graf. Foto: Bischoff-Krappel
Finanzministerin Edith Sitzmann (Bildmitte) übergab den Seminarschlüssel an Ephorus Gerhard Keitel und Schülersprecherin Annika Graf. Foto: Bischoff-Krappel
10.06.2018

Sanierung des Evangelischen Seminars in Maulbronn endlich abgeschlossen

Maulbronn. Es war ein Tag der Freude und Dankbarkeit für Maulbronn: Anlässlich der Fertigstellung der Baumaßnahmen für das Evangelische Seminar Maulbronn fand in der Klosterkirche ein gut besuchter Festgottesdienst statt.

Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, stellte Verse aus dem ersten Kapitel des Buchs Jesus Sirach ins Zentrum seiner Predigt: „Alle Weisheit kommt vom Herrn – diese Einsicht hat im Maulbronner Seminar ihr Kontinuum gefunden“, so der Landesbischof. Seit der Umwandlung des ehemaligen Zisterzienserklosters zur evangelischen Klosterschule im Jahr 1556 sei Maulbronn gleichsam „das Silicon Valley der reformatorischen Bildungsarbeit“. Der Grundsatz „Bildung für alle“ sei tief im christlichen Menschenbild verankert. Die Seminaristen sollten zu Multiplikatoren werden, die ihre Erkenntnisse in die Gesellschaft hineintrügen und für andere Verantwortung übernähmen. „In einer sich verändernden Gesellschaft brauchen wir Menschen, die um ihre eigene Begrenzung wissen“, so July. „Bildung braucht die Rückkopplung an die Weisheit Gottes.“ Dieser Verantwortung sei man sich am Maulbronner Seminar bewusst. Julys Dank galt dem Land Baden-Württemberg und allen am Bau Beteiligten. Finanzministerin Edith Sitzmann hob hervor, dass das Seminar nach den Sanierungsarbeiten „Platz zum Leben und Lernen“ für 100 Schüler biete. Rund 17,4 Millionen Euro seien investiert worden, wovon das Land rund 14,6 Millionen finanziert habe, der Rest kam von der Evangelischen Seminarstiftung und vom Bund. Neben dem Ausbau und der Modernisierung des Seminars seien auch Schäden an der historischen Tragkonstruktion behoben und der Brandschutz verbessert worden. „Es ist eine Herausforderung, ein denkmalgeschütztes Gebäude bei laufendem Schulbetrieb zeitgemäß zu restaurieren“, so die Ministerin.

In Grußworten dankten der ehemalige Prälat Martin Klumpp von der Seminarstiftung, Ephorus Gerhard Keitel, Schülersprecherin Annika Graf sowie Bürgermeister Andreas Felchle allen Beteiligten für ihr Engagement. „Wir haben uns vor zehn Jahren nach einem gewissen Tiefpunkt für einen Neuanfang und Aufbau des Seminars entschieden“ so Klumpp.

Hochkarätige Musikbeiträge

Einen musikalischen Abschluss fand der Festgottesdienst durch einen Beitrag des Orchesters des Seminars unter Leitung von Sebastian Eberhardt, das wie die armenische Formation „Geghard Ensemble“, der Seminarchor sowie Kirchenmusikdirektorin Erika Budday an der Orgel für einen hochkarätigen musikalischen Rahmen sorgte. Im Anschluss konnte die Festgemeinde die renovierten Seminarräumlichkeiten besichtigen und den Festtag im Ephoratsgarten bei Speis und Trank ausklingen lassen.