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Zwei Defibrillatoren für den Ernstfall und ein Übungsgerät haben die Bäder in Mühlacker, deren Betrieb Rudi Pfisterer (links) leitet. Als Maschinist arbeitet dort auch sein Sohn Andreas.
Defibrillatoren © Kohler
27.04.2011

Schnelle Hilfe? Sportvereine nur bedingt vorbereitet

MÜHLACKER. Der Zusammenbruch eines Spielers beim TSV Mühlhausen hat gezeigt, wie schnell auch beim Fußball ein Notfall eintreten kann. Die Sportvereine rund um Mühlacker sind nur bedingt darauf vorbereitet.

Mit dem jüngsten Unglücksfall geht Norbert Thieme, der Vorsitzende des TSV Mühlhausen, betont sachlich um. Ihm ist klar, dass der 45-Jährige, der auf dem Platz zusammenbrach, Glück im Unglück hatte. In jedem Fall fragt sich Thieme, was passieren müsste, um besser für den Notfall vorbereitet zu sein. Sicher könnte man über einen Defibrillator für die nahe gelegene Halle nachdenken, meint der TSV-Vorsitzende, ohne von der Stadt jedoch gleich vehement die Anschaffung eines solchen Schockgebers zu fordern.

Nachdem vor zwei Monaten ein junger Fußballer von Alemannia Wilferdingen auf dem Platz sogar starb und nach dem jüngsten Notfall macht sich beispielsweise Frank Alber aus Enzberg Gedanken zum Thema Sicherheit. Für ihn als Vorstandsmitglied des FC Viktoria wäre allerdings ein Defibrillator kein Allheilmittel. Für Alber kommt es darauf an, ob Menschen bereit stehen, die Erste Hilfe leisten können. Er hält es für zwingend, dass sich bald einmal eine Sitzung mit dem Thema beschäftigt. Alber geht davon aus, dass es in seinem Verein, aber nicht nur da, Nachholbedarf gibt.

Während in Deutschland vor ein paar Jahren darüber diskutiert wurde, ob alle öffentlichen Gebäude einen Defibrillator bekommen sollen, ist es in dieser Hinsicht inzwischen wieder ruhig geworden. Wie die PZ in Erfahrung brachte, gibt es in Mühlacker drei dieser Geräte am Sitz der Stadtwerke. Diese haben einen weiteren Defibrillator 2007 für das Freibad angeschafft und schon 2004 einen fürs Hallenbad. Noch keines der Geräte, mit denen durch gezielte Stromstöße ein plötzlicher Herztod verhindert werden kann, kam zum Einsatz. rks