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Ötisheim-Schule © Reiling
12.11.2010

Schüler, Lehrer und Eltern für Sicherheit auf dem Schulweg

ÖTISHEIM. Es ist 11.50 Uhr. Der Schulgong erklingt. Wenige Minuten später stürmen mehrerer Kinder aus dem Schulgebäude. Draußen warten bereits Eltern, um ihre Kinder abzuholen. Doch etwas ist anders: Die Eltern sitzen nicht mehr bei laufendem Motor im Auto und verstellen die Sicht, sondern sind zu Fuß zur Schule gekommen.

„So eine Situation hat es bei uns so gut wie noch nie gegeben“, freut sich Monika Becker, die Rektorin der Henri-Arnaud-Schule. Die gemeinsame Aktion von Schülern, Lehrern und Elternbeirat gegen „Elterntaxis“ trägt erste Früchte.

Bildergalerie: Schulanfänger üben Verkehrsverhalten

In einem Brief hat Benedikt Hohl, Drittklässler der Henri-Arnaud-Schule, autofahrende Eltern gebeten, nicht mehr direkt in der Kurve vor der Schule zu parken. „Wir können nichts sehen, wenn wir die Straße überqueren wollen,“ schrieb er. 59 Unterschriften von Kindern der 2. bis 4. Klasse hat er auf seinem Brief gesammelt. Der Elternbeirat hat diesen Aufruf unterstützt und sich kurzerhand entschlossen, den Schulbeginn und den Schulschluss an der Henri-Arnaud-Schule zu begleiten.

Alle Eltern, die ihr Kind direkt vor der Schule aus dem Auto ein- beziehungsweise aussteigen haben lassen, wurden vor Ort von Vertretern des Elternbeirates angesprochen. Das hat Wirkung gezeigt. „Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen müssen oder es mittags abholen, lassen nun ihre Kinder am unteren Turnhallenparkplatz aus- oder einsteigen“ erläutert Elternbeiratsvorsitzende Dorthe Hönicke.

Nun hofft man darauf, dass die Rücksichtnahme auf Fußgänger sich nicht als Strohfeuer entpuppt. Daher will man in den nächsten Wochen die Elterndienste sporadisch weiterführen.

Für das nächste Frühjahr ist schon eine weitere Aktion mit dem Slogan „Zu Fuß zur Schule“ in Planung. „Alle Kinder sollten, wenn möglich, zu Fuß zur Schule gehen und das richtige Verhalten beim Überqueren einer Straße erlernen“, erläutert die Rektorin das Vorhaben. ica