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17.09.2009

Schülern am THG Mühlacker politisches Profil gezeigt

MÜHLACKER. Zum Teil leidenschaftlich haben die fünf Bundestagskandidaten für Pforzheim und den Enzkreis am Donnerstag gemeinsam auf einem Podium diskutiert. Gymnasiasten des Mühlacker THG stellten ihnen Fragen.

Erst zum zweiten Mal im laufenden Wahlkampf haben Erik Schweickert (FDP), Gunther Krichbaum (CDU), Memet Kilic (Grüne), Katja Mast (SPD) und Annette Groth (Die Linke) gemeinsam auf einem Podium gesessen. Am Donnerstag vertraten sie im Musiksaal des Theodor-Heuss-Gymnasiums ihre Positionen. Warum es so viele Nichtwähler gibt, wie sie den Schuldenberg abbauen wollen oder wie SPD und Grüne die angekündigten Investitionen in Bildung und erneuerbare Energien finanzieren wollen, wollten die Schüler wissen.

Nach über zwei Stunden blieben viele Fragen ungestellt. Schülerzeitungsredakteur Lars Westermann zog ein eher nüchternes Fazit: „Vieles von dem was ich gehört habe, habe ich in den Parteiprogrammen schon gelesen“, sagte der 16-Jährige. Obwohl er diesmal noch nicht wählen darf, hat er sich kundig gemacht und vermisste die ganz persönliche Sicht der Kandidaten auf gestellte Fragen.

Erstwähler im Publikum

Die Podiumsdiskussion der Kandidaten hat Tradition am THG. Obwohl der Termin am Donnerstag für die Schüler keine Pflicht war, kamen rund 90 Schüler und Lehrer. Darunter viele, die am 27. September zum ersten Mal an die Wahlurne treten dürfen. Dahin ging auch der Appell der Kandidaten, genauso wie der von Gemeinschaftskundelehrer und Moderator Jürgen Gorenflo: Geht wählen! Während der in der Türkei aufgewachsene Memet Kilic beim Thema Arbeitslosigkeit temperamentvoll zum Zwischenruf gegen CDU und FDP-Vertreter ausholte, plädierte er – obwohl Ländersache – für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. „Das geht voll auf Kosten von Migrantenkindern.“

Ins selbe Horn blies Katja Mast, die Annette Groth kritisierte, weil „die Linke es ja ablehnt Verantwortung zu übernehmen und gar nicht regieren will“. Es gelte in Bildung zu investieren und nicht in „nichtfinanzierbare Steuersenkungen“ setzte die SPD-Frau in Richtung FDP-Mann Schweickert obendrauf.

Dieser hob hervor, dass gerade bei Schulthemen wie der Einführung von Ganztagesschulen die Kompetenzen vor Ort und damit in den Kommunen lägen. Ganz konkret verwies der auch in der Kreis- und Kommunalpolitik aktive Erik Schweickert bei der Nachfrage eines Lehrers nach Sprachförderung für Kinder auf den Jugendfonds Enzkreis.

„Spitzensteuersatz auf 53 Prozent“

Annette Groth plädierte nachdrücklich dafür, den Spitzensteuersatz zu erhöhen. „Auf 53 Prozent, wie unter Helmut Kohl – der war ja wohl kein Kommunist“, meinte die Linke-Kandidatin.

Gunther Krichbaum – genau wie Mast bereits Abgeordneter in der Großen Koalition – ließ sich in seiner Arbeitsmarkt-Argumentation nicht durcheinanderbringen „auch wenn es den mitgebrachten Linken nicht gefällt“.