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© Fuchs
08.12.2010

Schwarzfahrer beißt Polizeibeamten

MÜHLACKER/PFORZHEIM. Ein 27-jähriger Iraker hat sich einer Polizeikontrolle im Regionalzug von Mühlacker nach Pforzheim widersetzt und dabei einen Polizeibeamten in die Hand gebissen. Ein Beamter der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe, der sich im Interregio-Express 4912 auf dem Weg zum Dienst befand, wollte die Personalien des laut Bundespolizei alkoholisierten 27-Jährigen aus Tübingen feststellen, nachdem dieser zuvor im Zug mehrere Reisende angepöbelt hatte und keinen Fahrausweis vorweisen konnte.

Gegenüber dem Bundespolizisten reagierte der Iraker sehr aggressiv und versuchte auf den Beamten einzuschlagen. Mit Unterstützung von zwei Reisenden wurde er anschließend gegen die Wand gedrückt und mit Handschellen fixiert.

Im Hauptbahnhof Pforzheim angekommen, mussten Beamte der Polizei Pforzheim kurzfristig zur Unterstützung eilen, da der Festgenommene weiterhin massiv Widerstand leistete. Ein Polizeibeamter der Bundespolizei wurde im Verlauf der Aktion von dem 27-Jährigen gebissen, ein Zweiter erlitt eine Prellung am Daumengelenk. Beide Beamten waren laut einer Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe trotz ihrer Verletzungen weiterhin dienstfähig.

Damit aber nicht genug: Beim Transport in einem Dienstfahrzeug zur Dienststelle der Bundespolizei in Karlsruhe schlug der Festgenommene mehrfach mit seinem Kopf gegen die Fahrzeugscheibe. Um eine Fremd- und Eigengefährdung auszuschließen, so Polizeihauptkommissar Bernd Herlan, habe er auf der Fahrt weiterhin festgehalten werden müssen. Nach Entnahme einer Blutprobe wurde der 27-Jährige wieder entlassen.

Er muss sich nun wegen Beleidigung, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Erschleichen von Leistungen – hierbei geht es um das Schwarzfahren im Regionalzug – verantworten. Die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen. nad/pol

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