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Flüchtlingsarbeit steht beim Enzberger Seminar der Enzkreis Diakonie im Fokus. Foto: Prokoph
Flüchtlingsarbeit steht beim Enzberger Seminar der Enzkreis Diakonie im Fokus. Foto: Prokoph
06.02.2017

Seminar beschäftigt sich mit Reibereien bei der Arbeit mit Flüchtlingen

Mühlacker-Enzberg. Wenn unterschiedliche Kulturen aufeinanderstoßen, dann kann das zu Konflikten führen. Das ist eine Erfahrung, die auch Flüchtlingshelfer bei ihrer Arbeit immer wieder machen müssen. Zu verschieden ist oft das Verständnis vom richtigen Umgang miteinander – sei es etwa in Bezug auf Pünktlichkeit oder auch in Bezug auf die Rollen von Mann und Frau. Wie Flüchtlingshelfer in solchen Situationen reagieren können, dazu hat das Seminar „Konfliktintensive Flüchtlingsarbeit“ im Enzberger evangelischen Gemeindehaus Hilfestellung gegeben.

Veranstaltet wurde es von der Koordinierungsstelle für Flüchtlingshilfe der Diakonie im Enzkreis. Die Teilnehmer kamen aus Mühlacker, Illingen, Pforzheim, Pinache sowie Mühlhausen und Maulbronn.

„Das Thema hat sich angeboten“, erklärten Susanne Müller von der Diakonie Bezirksstelle Mühlacker und Neuenbürg sowie Isabel Martin von der Service-Stelle Ehrenamt Asyl im Dekanat Mühlacker. Denn bei der Flüchtlingsarbeit müsse der eine oder andere Konflikt bewältigt werden. Es sei für die Helfer praktisch ein Alltagsthema, unterstrich Martin. Wichtig ist den Frauen allerdings, dass man die Streitigkeiten nicht „auf Nationen abwälzt“. Denn: „Unterschiedliche menschliche Bedürfnisse schaffen eben Konflikte.“ Sie seien somit normaler Bestandteil des täglichen Zusammenlebens zwischen Menschen – auch im Kontext von Flucht und Migration. Die ehrenamtlichen Helfer sollen laut der Berghof Foundation, die das Seminar veranstaltete, deshalb dazu ermutigt werden, sich frühzeitig mit Reibereien zu beschäftigen und sie als natürliche Reaktion im alltäglichen Miteinander zu betrachten. Damit sich die Fronten nach Streitereien jedoch nicht verhärten, sei es wichtig, die Konflikte einzuordnen und die Ursachen dafür zu verstehen, so Müller und Martin. Und es gelte natürlich dabei auch, die eigenen Vorurteile abzubauen.