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Einblick in eine der neuen Sortiertrommeln.  Fotos: Lutz/Suez 
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Jochen Zickwolf (rechts) erläuterte die Abläufe in der Anlage. 
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Über verschiedene Sortierbänder gelangen die Stoffe zu den verschiedenen Maschinen in der Anlage. 
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Die Anlieferung der Abfälle erfolgt in einem Tiefbunker 

Sortieranlage in neuen Dimensionen

Ölbronn-Dürrn. Abfallunternehmen Suez stellt Gebäude im Gebiet „Erlen“ offiziell vor. Mit modernster Technik soll Recycling auf nächste Stufe gehoben werden.

Ein nüchterner Blick auf die Zahlen reicht aus, um zu ermessen, was da im Ölbronner Gewerbegebiet „Erlen“ in den vergangenen eineinhalb Jahren entstanden ist: Auf 7500 Quadratmetern Fläche befindet sich inzwischen die modernste Abfall-Sortieranlage Europas. Jährlich werden hier 100 000 Tonnen Leichtverpackungen wie Joghurtbecher oder Folien sortiert – das entspricht dem Jahresaufkommen an Leichtverpackungen von mehr als drei Millionen Menschen.

Im Rahmen eines Presserundgangs ist die beeindruckende Anlage am Mittwoch offiziell vorgestellt worden. Geschäftsführer Jochen Zickwolf erklärte, durch die Investition in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro werde nicht nur ein Beitrag zu besserem Recycling und somit zum Umweltschutz gewährleistet – die neue Anlage biete zudem 50 neue Arbeitsplätze. Insgesamt sind am Standort Ölbronn nun 130 Mitarbeiter für Suez tätig. Sortiert werden hier unter anderem die Abfälle aus dem Enzkreis und dem Kreis Ludwigsburg – insgesamt umfasst das Einzugsgebiet einen Umkreis von rund 150 Kilometern.

Bereits neue Pläne

Und die Pläne des Unternehmens sind offensichtlich noch nicht abgeschlossen: So ist angedacht, einen Bereich für Kunststoff-Aufbereitung zu schaffen. Ob dieses rund acht Millionen Euro teure Projekt ebenfalls in Ölbronn oder andernorts in der Region realisiert werden soll, ist derzeit jedoch noch offen.

Zickwolf ging im Rahmen des Pressetermins auch nochmals auf die zeitweise geäußerten Befürchtungen von Teilen des Ölbronn-Dürrner Gemeinderats ein, durch den Neubau könnten verunreinigte Abwässer in die Natur gelangen (PZ berichtete). „Das Gegenteil ist der Fall“, betont Zickwolf. Man habe sämtliche Entwässerungssysteme ebenfalls modernisiert.

Seit Anfang Mai läuft die Anlage nun unter Volllast im Dreischichtbetrieb. An sechs Tagen in der Woche werden gigantische Mengen an Verpackungen sortiert, aus denen über spätere Stationen im Produktkreislauf beispielsweise Reisekoffer oder Gießkannen werden können.

Besonders stolz sind die Verantwortlichen um Geschäftsführer Zickwolf auf die europaweit einmalige Materialanlieferung in einen 9000 Kubikmeter großen und acht Meter tiefen Bunker. „Die Zwischenlagerung im Tiefbunker ist besonders geräusch- und geruchsarm, wodurch wir die Emissionen gering halten können“, sagt Zickwolf. Von hier aus werden im Schnitt täglich 200 000 gelbe Säcke über einen Elektrobagger zu den insgesamt mehr als 200 Förderbändern in der Sortierhalle bewegt.

Allerlei Kuriositäten

Dass bei derartigen Margen auch die eine oder andere Kuriosität nicht ausbleibt, verschweigt Zickwolf nicht: „Es gibt quasi nichts, was man im Abfall nicht finden kann.“ Allerdings sollte man als Mitarbeiter in manchen Fällen hart gesotten sein. So wurden in den vergangenen Jahren bereits tote Katzen oder auch Handgranaten von den Förderbändern gefischt.