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14.04.2011

Spieler des TSV Mühlhausen bricht auf Platz zusammen

MÜHLACKER-MÜHLHAUSEN. Nachdem am Mittwochabend ein Fußballer des TSV Mühlhausen während des Spiels zusammengebrochen ist, ist das für den Samstag vorgesehene Heimspiel gegen Phönix Lomersheim II abgesetzt worden. Die Mühlhausener sind mit den Gedanken bei dem Sportkameraden, der mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Ludwigsburg transportiert wurde. Der Vereinsvorsitzende Norbert Thieme hofft, dass es in ein paar Tagen verlässliche Informationen über den Gesundheitszustand des Mannes gibt.

In der Partie gegen den TSV Häfnerhaslach (Kreisliga B 5 Enz/Murr) ist der 45-jährige Spieler nach etwa einer halben Stunde mitten im Feld nach vorne umgekippt. Der Schiedsrichter wurde umgehend auf den Zusammenbruch aufmerksam, so dass schnell erste Hilfe geleistet werden konnte.

Der Vorsitzende Thieme hatte den Platz kurz zuvor in Richtung der nebenan gelegenen Halle verlassen, wo sich Bürger zu einem Vortrag über die Ortskernsanierung versammelten. Die Terminüberschneidung wurde zum Vorteil, da neben einem Vereinsmitglied in der Halle zwei weitere Frauen gefunden wurden, die helfen konnten. Zügig traf auch der Notarzt am Platz ein, der auch gleich das Eintreffen des Hubschraubers ankündigte. "Das Rettungssystem hat funktioniert", betonte Thieme. Auch wenn ihm die Zeit angesichts des dramatischen Geschehens auf dem Platz sehr lange vorkam, schätzt er dass bis zur Landung neben dem Spielfeld nur 15 bis 20 Minuten vergingen.

Zufällig war auch Staffelleiter Bernd Stäcker aus Oberriexingen da, der Mühlhausen umgehend eine Verlegung des Lomersheim-Spiels anbot. Für den Klub haben sich die Pläne innerhalb weniger Tage zum dritten Mal geändert. Nachdem die Partie beim Tabellenführer TSV Kleinglattbach wegen Personalmangels abgesagt werden musste, was zu einer 0:3-Wertung führte, folgte der Spielabbruch gegen Häfnerhaslach und darauf also gleich die Absetzung einer weiteren Partie. Die Begegnung gegen Lomersheim II war bei Muehlacker-news.de zum Spiel der Woche gewählt worden.

Der Nachbarverein zeigten volles Verständnis für die Absage. Der dortige Abteilungsleiter Gerd Thieme und der Vereinschef des TSV Mühlhausen sind Brüder. Bei Gerd Thieme weckte die Nachricht vom Zusammenbruch des Spielers beim Nachbarverein die Erinnerung an den plötzlichen Tod eines Spielers der Lomersheimer Alten Herren vor einigen Jahren.

Einen unmittelbaren Zusammenhang des jüngsten Unglücks mit den personellen Problemen in Mühlhausen gibt es offenbar nicht. Der Vereinsvorsitzende Thieme sagte, der 45-Jährige habe nur aushilfsweise gespielt, aber regelmäßig am Training teilgenommen. Von daher sei er körperlich in guter Verfassung gewesen, und es habe keinerlei Hinweise auf eine Beeinträchtigung gegeben. Ansonsten sei es auch nicht so gewesen, dass Spielertrainer Michael Leimbert gerade eben so eine komplette Mannschaft zusammenbekommen habe. "Ich kann es nicht genau sagen, aber 12 oder 13 Mann waren bei uns schon dabei", sagte Norbert Thieme Muehlacker-news.de.

Am Abend informierte der Vereinsvorstand des TSV die Familie des Kollabierten, um dann noch ins Krankenhaus zu fahren. Dort habe man gegen 23 Uhr eine Nachricht erhalten, die Anlass zur Hoffnung gibt, aber trotzdem noch nicht als Entwarnung zu verstehen sei.