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Am Totensonntag sind Sportveranstaltungen erst ab 13 Uhr erlaubt.
Totensonntag © dpa
18.11.2010

Sportveranstaltungen verboten - Totensonntag grenzt Spielzeiten ein

MÜHLACKER. Erst ab 13 Uhr sind Sportveranstaltungen am bevorstehenden Totensonntag erlaubt. Das sieht das Sonn- und Feiertagsgesetz für Baden-Württemberg vor. Deshalb ist ein für 10 Uhr in Lienzingen angesetztes Tischtennisspiel kurzfristig abgesagt worden.

Die Kreisliga-Partie TV Lienzingen II - TTC 73 Oberderdingen II wird auf einen unbekannten Zeitpunkt verlegt. Dafür sorgte das Ordnungsamt der Stadt Mühlacker, nachdem bei der Terminplanung weder das Amt für Bildung und Kultur noch die Außenstelle des Rathauses auf die gesetzliche Regelung geachtet hatten.

In den vergangenen Jahren hatte es in der Senderstadt am Totensonntag in vormittags Tischtennis- und Faustballspiele gegeben. In Maulbronn und in Knittlingen hatte die zuständige Verwaltung 2009 für kurzfristige Spielverlegungen gesorgt.

Am 21. November 2010 treten nach derzeitigem Stand mehrere Tischtennismannschaften aus dem östlichen Enzkreis auswärts zu früh an. Betroffen sind die Männer der TTA 08 Mühlacker, des TV Schützingen, des TTV Knittlingen III und TTF Ötisheim-Erlenbach III. Sie spielen in Hemmingen, Markgröningen, Vaihingen-Kleinglattbach beziehungsweise in Hochdorf/Enz. Die jeweilige Verwaltung hätte bei der Hallenvergabe die gesetzlichen Vorgaben beachten müssen. Kontrollinstanz wäre das zuständige Landratsamt.

Im Fußball sorgen die Verbände für eine saubere Regelung. Im Fußballkreis Pforzheim, der zum Badischen Fußball-Verband gehört, spielen die zweiten Mannschaften erst ab 13 Uhr und die ersten erst ab 14.45 Uhr. Sämtliche Partien beginnen also 15 Minuten später als sonst zu dieser Jahreszeit. Im Bereich des Württembergischen Fußballverbands finden am Totensonntag traditionell keine Spiele statt. Paarungen wie das Derby Phönix Lomersheim - TSV Wiernsheim (Kreisliga A 3 Enz/Murr) beginnen zur gewohnten Zeit um 14.30 Uhr statt - in dieser Woche allerdings am Samstag. Selbst die Profiligen im Fußball halten sich an die gesetzlichen Regelungen, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Die Evangelische wie auch die Katholische Kirche geben sich im Hinblick auf die Startzeiten liberal. Dennoch sind sie dagegen, die unübersichtlichen gesetzlichen Beschränkungen aufzuheben.

Eine Umfrage auf Mühlacker-news hat ergeben, dass 37 Prozent der Befragten für eine konsequente Einhaltung des Gesetzes wären. Rund ein Viertel der Befragten plädierten für eine bundesweite Vereinheitlichung und 32 Prozent würden das Gesetz am liebsten ganz abschaffen. rks