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Barbara Straub, Vorsitzende des Kirchengemeiderates (links), Pfarrer Marcus Kalkofen und Kantorin Christiane Sauter-Pflomm suchen nach Paten für die Orgelpfeifen.  Schierling
Barbara Straub, Vorsitzende des Kirchengemeiderates (links), Pfarrer Marcus Kalkofen und Kantorin Christiane Sauter-Pflomm suchen nach Paten für die Orgelpfeifen. Schierling
Der Holzwurm hat seine Spuren in dem Instrument hinterlassen.
Der Holzwurm hat seine Spuren in dem Instrument hinterlassen.
Christiane Sauter-Pflomm erklärte nach dem gestrigen Gottesdienst, wie die Orgel funktioniert.
Christiane Sauter-Pflomm erklärte nach dem gestrigen Gottesdienst, wie die Orgel funktioniert.
Die Pfeifen müssen dringend gereinigt werden.
Die Pfeifen müssen dringend gereinigt werden.
06.08.2017

St.-Andreas-Kirche in Dürrmenz: Die Orgel pfeift aus dem letzten Loch

Sie ist die Königin der Instrumente – die Orgel. In jener in der St.-Andreas-Kirche in Dürrmenz ist allerdings der Wurm drin: der Holzwurm. Und auch Schimmel und Staub verstimmen das Instrument, das vor über 30 Jahren zum letzten Mal generalüberholt wurde. Die St.-Andreas-Gemeinde zieht nun alle Register, um die rund 35 000 Euro zusammenzubekommen, die für eine Instandsetzung fällig werden.

Alles muss aus eigener Tasche bezahlt werden, denn Zuschüsse gibt es dafür nicht. Die Idee der Kirchengemeinde: Die Gläubigen können Patenschaften für einzelne der 848 Pfeifen übernehmen. Wie diese klingen, spielte Kantorin Christiane Sauter-Pflomm am Sonntag nach dem Gottesdienst vor.

Ein dumpfes „böööh“ macht etwa die Pfeife, die sich Pfarrer Marcus Kalkofen ausgesucht hat – der Subbaß B. „Ich will nichts Zartes, es darf schon etwas Mächtiges sein“, scherzt ein Mitglied der Kirchengemeinde. „Jeder kann sich die Pfeife aussuchen, die zu ihm passt“, erklärte Kantorin Christiane Sauter-Pflomm das Konzept. „Und man kann sie dann im Gottesdienst hören“, ergänzt sie. 25 Euro, 50 Euro oder 75 Euro kostet die Patenschaft – je nachdem, ob es sich um eine kleine oder eine große Manualpfeife oder gar eine Pedalpfeife handelt.

Im September sollen dann alle Pfeifen ausgebaut werden. Sechs Wochen dürfte es dann dauern, bis sie gereinigt und wieder eingesetzt sind, vermutet Pfarrer Kalkofen. Für eine der Pfeifen kommt allerdings jede Rettung zu spät. „Holzwurm-Pfeife“, nennt sie Sauter-Pflomm und spielt sie den Anwesenden vor. „Da hört man nur Luft“, erklärt sie das leise Rauschen, bevor sie wieder einige kraftvollere Töne anspielt. „Und wie das erst klingt, wenn es geputzt ist“, sagt sie und lacht. Im November, so die Hoffnung, können sich die Kirchgänger davon überzeugen.