nach oben
Wohnungen fehlen in Mühlacker ebenso wie im Rest des Landes. Die neue Stadtbau soll nun bald für Abhilfe sorgen. Symbolbild: dpa
Wohnungen fehlen in Mühlacker ebenso wie im Rest des Landes. Die neue Stadtbau soll nun bald für Abhilfe sorgen. Symbolbild: dpa
06.02.2017

Stadtbau Mühlacker ist bislang selbst noch Baustelle

Mühlacker. Noch rollen in ihrem Namen keine Bagger – doch die Hoffnungen, die sich mit der Stadtbau Mühlacker verbinden, sind schon im Vorfeld gewaltig. Bereits seit der Gründung im Herbst vergangenen Jahres ist die Erwartungshaltung im Hinblick auf die umzusetzenden Vorhaben enorm. So soll nicht nur Wohnraum für sozial schwache Menschen und Flüchtlinge geschaffen werden – auch Großprojekte wie die Neugestaltung der ehemaligen Bijouterie in Dürrmenz oder womöglich auch die Umwandlung des Ziegeleiareals in Mühlacker könnten Aufgaben für die Stadtbau werden.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ist das Thema nun erneut angesprochen worden: So bemerkte Freie Wähler-Chef Rolf Leo, für die Wohnraumbeschaffung sei noch einiges zu tun. „Die neugegründete Stadtbau sollte dabei helfen, recht schnell und kostengünstig bezahlbare Wohnungen zu schaffen, die im Übrigen nicht nur für Flüchtlinge gebaut werden müssen, denn schon vorher herrschte erkennbarer Mangel in Mühlacker.“ Auch CDU-Sprecher Günter Bächle verwies auf die 1,9 Millionen Euro Kapitaleinlage, mit denen die GmbH ausgestattet sei.

Ulrike Fuchs von der LMU setzt „große Erwartungen“ in die Gesellschaft, verbunden mit der Hoffnung, „dass bald ein kompetenter Geschäftsführer Taten folgen lässt“. Bislang nämlich wird für diese Stelle noch eine passende Person gesucht.

100 Wohnungen fehlen bislang

Mindestens 100 Sozialwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen und die Anschlussunterbringung fehlen in Mühlacker, wie der Geschäftsführer der Gemeinnützige Service- und Integrationsgesellschaft GSI, Gerd Schulz, feststellt. Die notwendigen zentrumsnahen Flächen, auf denen Abhilfe geschaffen werden könne, seien in Mühlacker durchaus vorhanden. „Die Fördergelder des Landes und möglichen staatliche Zuschüsse müssen jetzt genutzt werden“, fordert denn auch LMU-Sprecherin Fuchs.

„Kein klares Konzept“

Deutliche Worte fand auch Thomas Knapp von der SPD : „Wir haben bis jetzt bei der Stadtbau Mühlacker weder ein klares Konzept, an welchen Stellen zum Beispiel bezahlbarer Wohnraum gebaut werden soll, noch haben wir eine klare Struktur beziehungsweise Führung.“ In diesem „Schneckentempo“ könne es nicht weitergehen.

Allerdings: Ein uneingeschränkter Heilsbringer wird auch die Stadtbau nicht sein. Jens Hanf von der FDP wies im Rahmen der Haushaltsdebatte darauf hin, dass beispielsweise in Sachen Dürrmenzer Bijouterie unter Umständen „nicht unerhebliche Belastungen auftreten“ könnten.