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Die 34-jährige Salome Geiger kämpft seit vielen Jahren schon gegen Menschenhandel. Mit Vorträgen und Aufklärungsarbeit will sie den Menschen die Augen öffnen und ihnen zeigen, was alles in der Welt vor sich geht. Fotos: Privat
Die 34-jährige Salome Geiger kämpft seit vielen Jahren schon gegen Menschenhandel. Mit Vorträgen und Aufklärungsarbeit will sie den Menschen die Augen öffnen und ihnen zeigen, was alles in der Welt vor sich geht. Fotos: Privat
Die Schuhe an einem Strommast sind ein Zeichen dafür, dass ein Drogendieler in der Nähe wohnt, weiß Salome Geiger.
Die Schuhe an einem Strommast sind ein Zeichen dafür, dass ein Drogendieler in der Nähe wohnt, weiß Salome Geiger.
In dem Frauenhaus in Kapstadt wird den Opfern der Zwangsprostitution nicht nur Obhut und Zuflucht geboten. Sie lernen dort zu Kochen und zu Backen. Die Großglattbacherin sorgt dafür, dass die Frauen auf andere Gedanken kommen.
In dem Frauenhaus in Kapstadt wird den Opfern der Zwangsprostitution nicht nur Obhut und Zuflucht geboten. Sie lernen dort zu Kochen und zu Backen. Die Großglattbacherin sorgt dafür, dass die Frauen auf andere Gedanken kommen.
07.09.2018

Starke Frau mit Helferherz: So kämpft Salome Geiger gegen Zwangsprostitution

Mühlacker-Großglattbach. Salome Geiger, gelernte Erzieherin aus Großglattbach, lebt und arbeitet in Afrika. Bei ihrem Einsatz für Frauen, Kinder und Männer in Not bringt sie sich oft sogar in Lebensgefahr.

„Bei meiner Abreise aus Deutschland weiß ich nie, ob ich je wieder lebend zurückkomme“, erzählt Salome Geiger. Und dennoch fliegt die 34-jährige Missionarin nach jedem Besuch im friedvollen Großglattbach wieder zurück nach Südafrika in die kriminellen Hochburgen Kapstadts.

In sogenannten Townships kämpft Geiger dort bereits seit sieben Jahren gegen Menschenhandel. Bei Townships handelt es sich um Armenviertel, in denen vor Korruption und Mord kein Halt gemacht wird. Aus Geldgründen werden junge Männer zu Zuhältern und Frauen, aber auch Kinder, werden dann von ihnen zur Prostitution gezwungen. Dass das nicht nur kriminell, sondern auch falsch, menschenverachtend und unzumutbar ist, das weiß dort fast jeder, aber sie schlagen diese Wege ein, weil es oft keine andere Alternative gibt.

In Kooperation mit den Organisationen VDM (Vereinigte Deutsche Missionshilfe), LoveJustice International und MeCaht (Media Campaign against Human Trafficking) ist es ihr bereits gelungen, etliche Frauen aus dieser Horrorszene herauszuholen. Das erste Projekt, das Geiger angegangen ist, war im Jahr 2011 die Gründung eines Frauenhauses in Kapstadt. Sie erkannte die Not von vielen Frauen, die sich gegen ihren Willen prostituieren lassen und brachte sie von der Straße in eine Unterkunft. Dort finden sie Obhut und haben die Möglichkeit, mit der Unterstützung von Geiger und weiteren Mitarbeitern ein neues Leben anzufangen.

Und genau daran knüpft auch ihr neues Projekt an. „Die Frage ist: Was machen wir mit den Frauen, wenn wir sie da rausgeholt haben? Die Arbeitslosigkeit dort ist sehr hoch“, schildert die Großglattbacherin die herrschenden Umstände in Südafrika. Gemeinsam mit Kollegen versucht sie, nun einen Weg zu finden, neue Arbeitsplätze zu schaffen – und zwar nicht nur für die Opfer, sondern auch für ihre männlichen Händler.

Dies werde auch das zentrale Thema der internationalen Konferenz gegen Menschenhandel sein, die im November stattfindet und deren organisatorische Leitung Salome Geiger übertragen wurde.

„Selbst die Männer, die Menschenhandel betreiben, befinden sich in einer Zwickmühle und würden sich oft gerne von dieser Szene distanzieren“, erklärt die Missionarin. Die Krux an der ganzen Sache sei allerdings, dass die Afrikaner in einer Schamkultur leben. Bei ihrer Arbeit an Flughäfen fängt die ehemalige Erzieherin neben Frauen auch manchmal Männer ab, denen ein ähnliches Schicksal blüht.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Weitere Informationen zu Salome Geigers Arbeit gibt es unter www.mecaht.org sowie www.lovejusticesa.ngo.