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Der Sternenfelser Revierförster Fritz Lippoth (rechts) hat bei einer Wanderung durch den Wald viele interessante Raritäten vorgestellt.
Lippoth © Garhöfer
20.05.2011

Sternenfelser Revierförster stellt Raritäten vor

STERNENFELS. Raritäten und Schmuckstücke aus dem Gemeindewald hat der Sternenfelser Revierförster Fritz Lippoth bei einer Waldführung vorgestellt. Über 40 Interessierte machten sich mit ihm auf die Spur von Elsbeere, Speierling und Strombergeiche.

Im Rahmen des „Internationalen Jahres der Wälder“ veranstaltet das Enzkreis-Forstamt das ganze Jahr über verschiedene Führungen und Aktionen zum Thema Wald und Forstwirtschaft. In Sternenfels bietet es sich geradezu an, eine Führung mit Schwerpunkt auf Baumraritäten wie Speierling und Elsbeere, die in diesem Jahr sogar „Baum des Jahres“ist, anzubieten. Beide Arten sind im Sternenfelser Gemeindewald überdurchschnittlich häufig vertreten. „Man kann sogar sagen, dass unser Elsbeerenbestand einmalig in Baden-Württemberg ist“, erwähnte Lippoth, der seit 35 Jahren Revierförster in Sternenfels ist und den Wald dort wie kein anderer kennt. Bei seiner Führung ging es zwei Stunden lang durch die Distrikte Rotenberg und Freudensteiner Wald.

„Beide Bäume gehören zu den wärmeliebenden Sorbus-Arten und sind daher seit jeher in Weinbaugegenden heimisch“, erklärte der Förster. Elsbeere und Speierling sind eine langsam wachsende Baumart. Beide liefern ein qualitativ äußerst hochwertiges und hartes Holz, das für den exklusiven Möbelbau sowie für den Instrumentenbau sehr gefragt ist. „Im Sternenfelser Gemeindewald gibt es einige stattliche Speierling-Exemplare, die einen Stammdurchmesser von etwa 50 Zentimeter aufweisen, die sind bestimmt schon 200 Jahre alt“, sagte der Förster. Früher waren die gerbstoffreichen Früchte des Speierlings sehr gefragt, um Most oder Säfte zu konservieren. „Inzwischen hat das seine Bedeutung verloren und der Speierling ist selten geworden“, verdeutlichte Lippoth. Die Nachzucht ist nicht einfach.

„Am besten ist es, wenn man Wurzelsprosse verwendet“, ist die Erfahrung des Forstexperten. Im Freudensteiner Wald zeigte er Hunderte Elsbeeren, die zwischen stattlichen Eichen stehen: „Das ist wirklich eine Seltenheit.“ Seltene Baumart bringt viel ein Inmitten der Bäume erklärte Lippoth, wie dieser Bestand durch langfristige und sorgsame Forstwirtschaft und Holzhauerei gepflegt und gefördert wird. Das Holz der Elsbeere ist wertvoll: „Vor etwa 20 Jahren gab es einen regelrechten Elsbeeren-Boom. Damals wurden für den Festmeter dieses Holzes bis zu 10 000 DM bezahlt“, erinnerte er sich. Lippoth warnte allerdings davor, durch Schlagen der Bäume die Kasse aufbessern zu wollen. Vielmehr sei es wichtig, den Bestand auch künftig zu pflegen. gar