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Der Stadion-Rasen (im Bild links die VfB-Traditionself im Spiel gegen eine Stadtauswahl) steht der Fvgg 08 Mühlacker zur Verfügung, laut Stadtverwaltung aber nicht uneingeschränkt.
Der Stadion-Rasen (im Bild links die VfB-Traditionself im Spiel gegen eine Stadtauswahl) steht der Fvgg 08 Mühlacker zur Verfügung, laut Stadtverwaltung aber nicht uneingeschränkt. © PZ-Archiv
09.08.2011

Streit um Käppele-Stadion geht weiter

Die Vorgänge rund um das Stadtturnier führen zu einer Frage, die in der Vergangenheit immer wieder einmal aufgeworfen wurde. Wer entscheidet darüber, wer das Käppele-Stadion in Mühlacker nutzen darf?

Es handelt sich um die Heimspielstätte der Fußballvereinigung 08 Mühlacker, die für das jüngste Turnier der Senderstädter Vereine in Lienzingen kurzfristig absagte und zur Strafe bei den nächsten drei Veranstaltungen nicht dabei sein soll (PZ berichtete). Dass sich die Klubs einstimmig für eine Sperre aussprachen birgt nicht zuletzt deshalb Zündstoff, da 2012 und 2013 der FV Hellas und der Türkische SV als Gastgeber vorgesehen sind. Deren Platz liegt im Wasserschutzgebiet und ist auch nicht gerade repräsentativ, weshalb der Wunsch, ins städtische Stadion auszuweichen, nahe liegt.

Über die Jahre haben jedoch die Nullachter mehrfach eine Art Veto-Recht reklamiert und dies unter anderem historisch begründet. Da überrascht es nicht, dass nun Spielleiter Sergio de Sousa, spürbar verärgert über den geplanten Ausschluss, in die Offensive geht. Da sich die Nullachter nach den jüngsten Entwicklungen nicht mehr willkommen fühlen, sind sie nicht geneigt, einem Nachbarn das Stadion zur Ausrichtung des Stadtturniers zu überlassen. „Diesen unsäglichen Vorschlag, meine lieben Fußballfreunde, werde ich mit aller Macht verhindern“, schreibt Webmaster de Sousa auf der Homepage des Vereins. Dass sich kurzerhand alle gegen die Nullachter gestellt hätten, sei „eine absolute Sauerei“.

Nach den Entwicklungen der vergangenen Tage nahm Bernd Meier, Sachgebietsleiter Sport bei der Stadtverwaltung, in Sachen Stadion-Frage auf intensive Nachfrage der PZ hin klarer als in früheren Fällen Stellung. Es gäbe einen Pachtvertrag der Nullachter mit der Stadt, jedoch sei lediglich von einem Vorrecht nicht von einem Veto-Recht auszugehen. Das Stadion, das ja ohnehin für den Sportbetrieb der Schulen zur Verfügung genutzt werde, stehe für eine große Veranstaltung ausnahmsweise auch anderen Klubs zur Verfügung. „Das hatten wir uns ausbedungen“, sagt Meier. Ohnehin sind nicht allein die Nullachter im Stadion zuhause. Gleichgestellt ist die Leichtathletik-Abteilung des Turnvereins Mühlacker. Zwischen diesen beiden Klubs sei die Belegung, die im Übrigen grundsätzlich unentgeltlich erfolge, seit langem geregelt, sagt Meier, Konflikte hätten sich nicht ergeben. Wenn es um einen Fall wie die Ausrichtung des Stadtturniers geht, liegt die Sache für Meier klar. Sollt einem Verein die Nutzung seiner Heimspielstätte nicht möglich sein, könne ein Antrag auf Nutzung des Senderstädter Stadions im Prinzip nicht abgelehnt werden. Selbst dem Turn- und Sportverein aus dem benachbarten Ötisheim, der seit vielen Jahren bei Mühlackers Stadtturnier im Fußball mitspielt, müssten die Nullachter demnach Gastrecht gewähren. Sie als Hausherren zu fragen, sei keine Pflicht, aber ein Gebot der Höflichkeit.

Da in Mühlacker ausnahmslos auf städtischen Plätzen gespielt wird, müsste im Grunde jeder der Vereine einem andere Asyl gewähren, meint Meier. Die Verwaltung will dabei kein Wörtchen mitsprechen. Meiers Ausführungen zufolge geht sie der Einfachheit davon aus, dass die Klubs untereinander einvernehmliche Lösungen finden. In Ordnung geht Meier zufolge, dass die Nullachter dem FC Anadolu nicht die Stadion-Tore öffneten. Anadolu sei es nicht um eine einmalige, sondern um eine regelmäßige Nutzung gegangen.