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Tierisches Risiko: Wenn die Polizei wegen Tieren im Einsatz ist
Tierisches Risiko: Wenn die Polizei wegen Tieren im Einsatz ist
18.10.2011

Tierisches Risiko: Die Polizei wegen Tieren im Einsatz

MÜHLACKER. Nein, richtiggehende Jagdszenen hat es nicht gegeben, bei dem Vorfall vom Wochenende, als Ziegen eine Wandergruppe auf dem Eppinger-Linien-Weg zwischen Mühlacker und Maulbronn verfolgten. Die Tiere seien nicht aggressiv gewesen, meint Polizeisprecher Frank Otruba.

Seiner Darstellung nach, waren die Tiere eher so mitgegangen, als würden sie einer Herde folgen. Nur, dass es sich dabei eben um wandernde Menschen handelte, die sich Sorgen machten, wie sie die Vierbeiner zur Umkehr bewegen könnten. Und die büxten mal so richtig aus: Vom Ortsende Mühlackers bis zum Maulbronner Klosterhof – Überquerung der B 35 inklusive.

Trotzdem bleibt es glücklicherweise eine Geschichte zum Schmunzeln. Der Vorfall sei nicht einmal als polizeiliches Ereignis erfasst worden, so Otruba. Grundsätzlich sei es so, dass ein Tierhalter dafür gerade stehen müsse, wenn seine Schützlinge Schäden anrichten würden. In diesem Fall aber habe der Halter die Ziegen einfach wieder zurück nach Hause holen müssen.

Harmlos sind tierische Begegnungen, die polizeibekannt werden, in der Regel nicht. Gefährlich wird es gerade dann, wenn Tiere mit dem Straßenverkehr ins Gehege kommen. Auch wenn so etwas glimpflich ausgehen kann – wie vor knapp zwei Wochen, als sechs Ponys von ihrer Koppel bei Illingen entwischten und über die B 10 bis in Illingens Ortsmitte gelangten. Lediglich der Verkehr war damals zum Erliegen gekommen. Ein Jahr zuvor hatten bei Keltern drei Pferde auf Abwegen einen schweren Unfall verursacht, bei dem eines der Tiere getötet und ein Autofahrer schwer verletzt wurden.

Dass Tiere einfach mit Menschen mitgingen, diese Situation kennt Otruba vor allem in Verbindung mit Hunden. Herrenlose Tiere ohne Halsband würden immer mal wieder versuchen, sich einem Passanten anzuschließen. Oder sie würden einfach mitgehen, wenn ein Hundehalter sein Tier ausführe. In solchen Fällen kämen die einsamen Hunde am Ende ins Tierheim und würden dort auf neue Herrchen warten. In Pforzheim seien im Stadtgarten einmal auch Schwäne Passanten gefolgt. Die damalige Aufgabe der Polizei: Die Vögel mussten wieder zum Wasser gebracht werden.