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Nach einem Starkregen sind im Juni 2016 in Ölbronn-Dürrn zahlreiche Häuser überflutet worden. Foto: PZ-Archiv
Nach einem Starkregen sind im Juni 2016 in Ölbronn-Dürrn zahlreiche Häuser überflutet worden. Foto: PZ-Archiv
18.01.2019

Tierschutz kontra Hochwasserschutz: Maßnahmen verzögern sich wegen Käfern und Faltern

Ölbronn-Dürrn. Käfer geht vor Keller: Mit dieser Formel ließe sich zusammenfassen, wie die Rechtslage in Deutschland hinsichtlich des Hochwasserschutzes geregelt ist.

Als das Thema nun erneut im Ölbronn-Dürrner Gemeinderat behandelt wurde, erläuterte Planer Gunther Matthäus, dass sich die Gemeinde sogar strafbar mache, wenn sie die Umweltschutzaspekte überginge und sofort loslegen würde, um die Bürger vor Starkregenereignissen zu schützen.

Zur Erinnerung: Im Juni 2016 hatte ein gewaltiger Wolkenbruch etliche Häuser in Ölbronn und Dürrn volllaufen lassen. Seitdem bemüht sich die Kommune um bessere Schutzmaßnahmen – doch bürokratische Hürden erschweren den Weg ungemein.

Nun also der nächste Hemmschuh. Ohne eine gründliche Untersuchung, was so alles kreucht und fleucht in jenen Arealen, die die Gemeinde gerne zu Rückhaltebecken umfunktionieren würde, ist eine Genehmigung undenkbar, wie Experte Matthäus erläuterte. Das Jahr 2019 über soll nun geprüft werden, welche Tiere und Pflanzen vorkommen – vor allem handelt es sich offenbar um Käfer, Falter und Eidechsen – um dann zu entscheiden, an welchen Stellen Ersatzlebensräume (Ausgleichsflächen) geschaffen werden können.

Erst danach können die angedachten Maßnahmen vielleicht endlich umgesetzt werden. Vorausgesetzt, die mehrere Millionen Euro teuren Maßnahmen werden bezuschusst. Dies ist derzeit ebenfalls noch unklar.

Offensichtlich dürfte sein, dass der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis steht. Schließlich geht es einzig und alleine darum, das Eigentum der Einwohner zu schützen.

Bürgermeister Norbert Holme sprach denn auch folgerichtig davon, dass es „sehr ernüchternd“ sei zu sehen, was alles gefordert werde, um entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen genehmigt zu bekommen. „Aber wir haben keine Wahl und müssen all diese Schritte abarbeiten“, so der Rathauschef.

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