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Der kleine Till konnte offenbar nicht mehr warten: Noch im Krankenwagen in Serres hat er am Dienstag das Licht der Welt erblickt.

Till hatte es eilig: Hubschrauber landet im Garten – Blitzgeburt mitten in Serres

Wiernsheim-Serres. Der kleine Till kam noch in Serres im Rettungswagen zur Welt. Als die Fruchtblase platzte, ging alles sehr schnell.

Wenn ein Rettungswagen und der Rettungshubschrauber im Einsatz sind, verheißt das meist nichts Gutes. Groß war daher die Aufregung, als am Dienstag in Serres, einem kleinen Teilort von Wiernsheim, um die Mittagszeit plötzlich der Rettungshubschrauber landete. An Bord ein Notarzt, kurze Zeit später eilte auch ein Rettungswagen herbei.

Doch dieser Einsatz endete nicht nur glimpflich, sondern sogar mit einem kleinen Wunder: Till Haberbosch erblickte um 12.18 Uhr das Licht der Welt – beziehungsweise das Licht im Rettungswagen. Denn bis zur Klinik wollte der kleine Kerl wohl einfach nicht mehr warten.

Die Hochschwangere schleppt sich zu den Nachbarn

Die hochschwangere Nadine Haberbosch war gerade erst wieder mit dem Auto in Serres angekommen. Sie hatte sich im Pforzheimer Krankenhaus vorgestellt, wo das Klinikpersonal nach einer Untersuchung jedoch der Ansicht war, das Kind würde frühestens am Abend oder erst am nächsten Tag kommen. Zuhause angekommen platzte dann aber plötzlich die Fruchtblase der 37-Jährigen, die mit ihrem Mann Christian (33) und Tochter Nele (5) in der Hebelstraße wohnt. Weil sie starke Schmerzen hatte, schleppte sich die Maler- und Lackiererin schmerzgebeugt zu ihren Nachbarn Hilde, Dieter und deren erwachsener Tochter Martina Stichlmair, die bei ihr um die Ecke wohnen. „Sie hat sich an mir regelrecht festgekrallt und laut geschrien. Meine Eltern haben dann den Rettungsdienst gerufen“, erzählt Martina Stichlmair später im Gespräch mit der PZ.

Plötzlich hält der Rettungswagen an

Der Notarzt kam mit dem Rettungshubschrauber. Kurioserweise landete dieser im Garten des Wiernsheimer Gemeinderats Uwe Bolz, Nachbar der Haberboschs.

Hubschrauber und Rettungswagen eilten herbei, Nadine Haberbosch wurde im Rettungswagen abtransportiert. Doch weit kamen sie nicht: Der werdende Vater war ebenfalls von den Nachbarn informiert worden und holte gerade die Kliniktasche aus dem Haus, als er aus dem Fenster sah, dass der Rettungswagen an der Kreuzung Hebelstraße/Iptinger Straße gestoppt hatte. „Ich bin sofort hingerannt und habe laut an die Scheibe geklopft.“ Er erinnere sich gut an die Angst, die in ihm aufgestiegen war, weil der Rettungswagen plötzlich wieder angehalten hatte, so der Friolzheimer Bauhofleiter. Doch alles war gut: Im Inneren durfte er sodann auch schon seinen Sohn begrüßen, dessen Nabelschnur er durchtrennte.

Der stolze Papa Christian Haberbosch mit seinem Sohn Till. Der Kleine misst 51 Zentimeter und wiegt 2030 Gramm.

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