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Noch höher  soll der Gitterzaun an der Aussichtsplattform bei der Burgruine Löffelstelz werden. Ein Abschließen der Plattform will die Mehrheit aber nicht. Die SPD war dafür.
Noch höher soll der Gitterzaun an der Aussichtsplattform bei der Burgruine Löffelstelz werden. Ein Abschließen der Plattform will die Mehrheit aber nicht. Die SPD war dafür. © Schmid
21.01.2009

Trotz Steinwürfen: Löffelstelz-Plattform bleibt frei zugänglich

MÜHLACKER. Nicht für jedes Problem gibt es eine ideale Lösung: Diese Erfahrung haben einmal mehr die Mitglieder des Mühlacker Ausschusses für Umwelt und Technik gemacht. Seit Jahrzehnten leiden die Anlieger der Enzstraße unterhalb der Burgruine Löffelstelz unter Steinwürfen, die in der Regel von der kleinen Aussichtsplattform unterhalb der Burgruine ausgehen.

In der Vergangenheit war deshalb bei der Plattform eine Art Käfig geschaffen worden, um das Steinewerfen ausschließen zu können. Doch dann waren übermütige Jugendliche auch noch aufs Gitterdach geklettert und hatten ihre Wurfgeschosse von dort aus abgefeuert.

Mittlerweile ist das Gitterdach wieder abgebaut und es steht nur noch der Schutzzaun. Der zumindest könnte erhöht werden. So lautete die Forderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Bächle. Bruno Oser (FDP) gab gar die Anregung, eine Art Verglasung zu errichten. Das Dilemma: Einerseits wollen die Ausschussmitglieder die Unterlieger vor den Steinewerfern schützen, andererseits sollen die Besucher aber auch weiterhin möglichst ungehindert den schönen Ausblick von der Steilhang-Plattform genießen können. Bürgermeister Winfried Abicht sah kaum eine Möglichkeit für einen Kompromiss. Wenn der Zutritt zur Plattform nicht verschlossen werde, bleibe die Gefahr von Steinwürfen bestehen. SPD-Sprecherin Karin Münzmay hatte die Überlegung ins Spiel gebracht, die Plattform zu sperren und nur sonntags in Verbindung mit der Burgruinenöffnung beaufsichtigt zugänglich zu machen. Der FW-Fraktionsvorsitzende Rolf Leo sah zwar auch die Nöte der Unterlieger, warnte aber nach der umfangreichen und von viel ehrenamtlichem Engagement begleiteten Generalsanierung der Burgruine vor zu viel Reglementierungswut. In Teilen der Dürrmenzer Bevölkerung herrsche mittlerweile bereits Unmut darüber, dass das Burginnere nach der Sanierung nicht mehr frei zugänglich sei. Zunächst soll nun geprüft werden, ob das Gitter erhöht werden kann und das Problem der Steinwürfe wird von der Verwaltung intensiv verfolgt. Ein Abschließen der Plattform erfolgt indessen zunächst nicht.

Bauhistoriker Gerd Schäfer hatte zuvor die vorgesehene Beleuchtungsstruktur rund um die Burganlage präsentiert und dabei auch die geplante Wegbeleuchtung hinauf zur Burgruine skizziert. Diese Beleuchtung soll nun allerdings intensiver ausfallen, dafür machten sich unter anderem Erika Langner (CDU) und Bruno Oser (FDP) stark. LMU-Sprecher Klemens Köberle hatte im Hinblick auf die eigentliche Burgbeleuchtung die Auswahl energiesparender und insektenverträglicher Modelle gelobt. Die Beleuchtungsdauer soll mit der Straßenbeleuchtung synchronisiert werden.

Auch die Bestuhlung für Veranstaltungen im Burginneren soll professionalisiert werden. Sowohl für Beleuchtung als auch die neuen, variablen Sitzschienen stehen Mittel im aktuellen Haushalt bereit.