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Kulturelle Veranstaltungen, wie sie im Gottlob-Frick-Saal des Mühlehofs zu erleben waren, werden in dieser Form künftig in Mühlacker nicht mehr möglich sein. Foto: PZ-Archiv
Kulturelle Veranstaltungen, wie sie im Gottlob-Frick-Saal des Mühlehofs zu erleben waren, werden in dieser Form künftig in Mühlacker nicht mehr möglich sein. Foto: PZ-Archiv
16.12.2018

Überlegungen zur neuen Stadthalle: Konzert-Freunde müssen Abstriche machen

Der Abschiedsschmerz, der mit dem momentan laufenden Abriss des Mühlehofs bei vielen – insbesondere kulturbeflissenen – Bürgern derzeit zu beobachten ist, dürfte weitaus länger andauern als erhofft. Denn wenn Wirklichkeit wird, was am morgigen Dienstag im Gemeinderat diskutiert wird, dann werden es insbesondere die Besucher von Konzerten und Kulturveranstaltungen sein, die dem altehrwürdigen Gottlob-Frick-Saal im Mühlehof wehmütig hinterhertrauern, ist die neue Stadthalle erst einmal gebaut.

Denn genau das wird – so sind derzeit die Planungen – die neue Halle eben nicht sein: ausgelegt für kulturelle Abende wie Konzerte beispielsweise. Konkret heißt es in der Sitzungsvorlage: „Es wird kein Kultur-, Messe und Tagungszentrum gebaut und auch keine Kulturhalle, sondern eine Stadthalle.“ Dass die neue Halle gerade unter kulturellen Gesichtspunkten an das, was man bislang in Mühlacker gewohnt war, nicht würde heranreichen, war schon längere Zeit bekannt. Doch wie stark der Kontrast ausfallen könnte, dürfte vielen erst jetzt so richtig bewusst werden. Bislang nämlich war in der Regel in Sachen Neubau stets von einer Stadt- und Kulturhalle die Rede gewesen. Dass man sich nun auf eine reine Stadthalle konzentrieren möchte, lässt darauf schließen, wohin die Reise geht. Auch weitere Punkte, die in dem Papier aufgeführt sind, über das der Gemeinderat morgen Abend diskutieren wird, machen dies deutlich: „Im Stadthallensaal werden ansteigende Sitzreihen nur realisiert, wenn dazu eine kostengünstige, wenig personalintensive Umsetzungsmöglichkeit gefunden wird. Andernfalls bleibt der Saal ebenerdig.“ Ebenso heißt es weiter: „Auf einen Orchestergraben wird verzichtet.“

Wie genau die Stadthalle aussehen soll und was diese alles bieten wird, soll nun Gegenstand der Debatte in den kommenden Monaten sein. Die Verwaltung macht in der Sitzungsvorlage jedoch schon einmal klar: Die Größenordnung der Halle beispielsweise könne erst festgelegt werden, wenn man anhand eines Grobkonzepts Kostenschätzungen vorgenommen habe und abschätzen könne, inwieweit Zuschüsse fließen.

Fakt ist aber: Billig wird die Halle nicht. Für den Neubau werden derzeit elf Millionen Euro in der Investitionsplanung veranschlagt.