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Bürgermeister Werner Henle (rechts) verleiht Ernst Metzler (links) die Ehrennnadel des Landes.  Privat
Bürgermeister Werner Henle (rechts) verleiht Ernst Metzler (links) die Ehrennnadel des Landes. Privat
03.05.2017

Überraschung geglückt: Musikalische Weinprobe mit Bariton Eike Wilm Schulte in Ötisheim und Landesehrennadel für Ernst Metzler

Es war ohnehin ein außergewöhnlicher Abend – die musikalische Weinprobe mit dem berühmten Kammersänger und Bariton Eike Wilm Schulte in der historischen Kelter in Ötisheim. Für den langjährigen Vorsitzenden des MGV Ötisheim gab es aber noch eine ganz besondere Überraschung. Denn die Vorstandschaft des MGV hatte im Stillen noch einen zusätzlichen Programmpunkt geplant. Ernst Metzler sollte eine besondere Ehrung erfahren, an der auch ein größeres Publikum teilhaben sollte – die Verleihung der Ehrenamtsnadel des Landes Baden-Württemberg.

Und so übergab in der ausverkauften Kelter der neue Vereinsvorstand Stefan Mast zunächst Ötisheims Bürgermeister Werner Henle das Wort. Dieser ließ den Blick zurückschweifen auf die Zusammenarbeit von Gemeinde und Gesangverein in den über 20 Jahren seiner Dienstzeit und auf die Eigenschaften von Ernst Metzler als Vorstand. Da habe es keine halben Sachen gegeben und, wenn etwas nicht passte, dann sei es eben passende gemacht worden, so der Bürgermeister. Außerdem sei Metzler viele Jahre im Beirat des Chorverbands Enz gewesen und habe dort als zuverlässiger Freund des Chorgesangs und Ratgeber agiert. Im Anschluss verlas Henle den Text der Urkunde zur Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, die vom Ministerpräsidenten des Landes, Winfried Kretschmann, unterschrieben ist. Nach dem Anstecken der Nadel sang der Männerchor für seinen Ehrenvorsitzenden den Hymnus „Das ist der Tag des Herrn“ von Konradin Kreutzer, dirigiert von Chorleiter Markus Sauter.

Sechs Weine probiert

Nach dem Überraschungsständchen stand dem geplanten Abendprogramm der Musikalischen Weinprobe, nichts mehr im Wege. Kredenzt wurden insgesamt sechs Weine aus dem Rheingau. Kammersänger Schulte nannte Schiller, Goethe und Heine als Beweggründe, Rheinwein für die Weinprobe zu wählen, da diese auch mit dem Rheinwein verbunden gewesen wären und über diesen geschrieben hätten. Nachdem der trockene graue Burgunder eingeschenkt war, der laut Schulte ursprünglich aus dem Burgenland gekommen sei, eröffnete er den musikalischen Reigen mit „Zum Rolandsbogen“. Schon beim ersten Lied brachte Eike Wilm Schulte seinen imposanten, raumfüllenden Bariton zur Geltung. Über die Lieder hinaus erweiterte Schulte seine Beiträge um Texte“ Der Kammersänger erwies sich über den Abend, über alle Weinproben hinweg – den Riesling halbtrocken, den Rheingauer Weißherbst, den Spätburgunder Classic, die Spätlese halbtrocken und die Huxelrebe (Beerenauslese) – als der Stargast des Abends. Schulte wurde fast durchweg am Flügel von Erika Le Roux aus Südafrika begleitet. Die Virtuosin selbst brillierte vor allem während zweier Soli am Klavier, der Loreley-Paraphrase von Josef Nesvadba und der Widmung von Robert Schumann, die sie phasenweise mit Macht spielte, um mit einem Hauch von Ton zu enden. Andrea Keppler, Sopranistin vom Philharmonischen Chor Heilbronn, ergänzte die musikalischen Beiträge mit ihrem Solo der „Vilja“ aus „Der lustigen Witwe“ und dem Singen im Duett mit Bariton Schulte.

Das Programm sollte schon zu Ende sein, aber das begeisterte Publikum forderte noch mehrere Zugaben. Eike W. Schulte, Andrea Keppler und Pianistin Erika Le Roux kamen dem Wunsch gerne nach. Vor der allerletzten Zugabe bedankte sich MGV-Vorsitzender Stefan Mast mit Blumen bei den mitwirkenden Künstlern und natürlich auch bei den Helferinnen und Helfern, die überwiegende vom Jungen Chor Klangtastisch kamen.

Der Ehrenvorsitzende der Gottlob-Frick-Gesellschaft Hans A. Hey ergriff noch das Wort, um sich für diesen Abend in Ötisheim zu bedanken. Ötisheim sei gegenwärtig und voraussichtlich in den kommenden Jahren Veranstaltungsort der Gesellschaft, weil es in Mühlacker keinen geeigneten Saal gebe. Auf die Frage, wann das wieder anders werden könnte, wusste der anwesende Oberbürgermeister aus Mühlacker und Vorsitzende der Gottlob-Frick-Gesellschaft, Frank Schneider, allerdings auch keine definitive Antwort. Er verwies diplomatisch darauf, dass man eben gerne nach Ötisheim komme.